Sie sind klein, sie sind leise – und sie tauchen mittlerweile fast überall auf: Drohnen! Was zu Beginn eher ein Spielzeug für Technikfans war, hat sich längst zu einer ernstzunehmenden Bedrohung für unsere Sicherheit entwickelt. Die Polizei in Rheinland-Pfalz ist dabei, ihre Abwehrfähigkeiten weiterzuentwickeln – nun auch in enger Zusammenarbeit mit dem US-Militär und der Bundeswehr. Verteidigungsminister Boris Pistorius informierte sich jetzt in Mainz über den aktuellen Leistungsstand.
Eine Drohne im Anflug. Mit speziellen Funkwellen-Störern kann sie gezielt auf den Boden gebracht, im Extremfall durch Scharfschützen sogar abgeschossen werden. Die Drohnen-Spezialeinheit der rheinland-pfälzischen Polizei gestern Abend auf dem Flugplatz in Mainz-Finthen. Auch Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius macht sich ein Bild. Für ihn stehe das Thema Drohnen weit oben auf der Agenda, denn bei kaum einer anderen Technologie verlaufe die Weiterentwicklung derart rasant.
Boris Pistorius (SPD), Bundesverteidigungsminister
„Es geht darum, zu testen: Was ist auf dem Markt? Wer hat was anzubieten? Das wird sich zum Beispiel in solchen Locations wie hier dann angesehen, unter technischer Begleitung der Bundeswehr. Dann sieht man, wie weit ist die Leistungsfähigkeit gediehen. Die Entwicklung muss Schritt halten, weil es keinen Sinn macht, heute Drohnen zu kaufen, 10.000 Stück, und in die Depots zu legen und in drei Jahren oder in drei Monaten sind sie überholt und veraltet.“
Auch Drohnen-Spezialisten der US-Armee sind gestern an der Übung beteiligt. Militär-Anlagen und kritische Infrastruktur gelten als Hauptangriffsziele. Speziell in Rheinland-Pfalz geraten aber auch andere Objekte vermehrt ins Visier von Drohnen.
Alexander Schweitzer (SPD), Ministerpräsident RLP
„Da gibt es immer wieder auch Herausforderungen, was Industrie-Liegenschaften angeht, in ganz unterschiedlichen Bereichen. Das hat in den letzten Monaten zur Folge gehabt, dass wir die Zahl der Sichtungen und der tatsächlichen vermeintlichen Angriffe doch schon ziemlich nach oben entwickelt gesehen haben.“
Und deshalb werde die Drohnenabwehr mehr und mehr Thema für die Polizei vor Ort, um auch zivile Ereignisse wie Feste oder Fußballspiele absichern zu können.
Michael Ebling (SPD), Innenminister RLP
„Das heißt in erster Linie die Polizei zu befähigen, dass sie Dinge tun kann, die bisher neu sind. Weil der Luftraum an sich per se jetzt erst einmal nichts ist, was der Kompetenz der Landespolizei zugeschrieben ist.“
Wenn die entsprechenden Gerätschaften vor Ort seien, könne man jede Drohne unschädlich machen, versprechen die Spezialisten. Aktuelles Problem: Sie können nicht überall sein. Und ob in Zukunft jeder Streifenpolizist eine Drohne mit einem gezielten Schuss vom Himmel holen können muss? Das dürfte noch ein sehr weiter Weg sein.
