Am Sonntag finden in Hessen Kommunalwahlen statt. Dann bestimmen die rund 4,7 Millionen Wahlberechtigten neue Parlamente für die 421 hessischen Städte und Gemeinden sowie die 21 Landkreise. Wer in Frankfurt abstimmt, hat die Qual der Wahl – 1.120 Kandidaten stehen für die Stadtverordneten-Versammlung zur Wahl. Um die alle aufs Papier zu bringen, braucht es einen XXL-Stimmzettel – er zählt zu den größten in ganz Deutschland.
Dieser Stimmzettel hat es in sich – fast 1 Meter 50 breit, 60 Zentimeter hoch. 22 Parteien und Wählergruppen sind zur Kommunalwahl in Frankfurt zugelassen, mit je bis zu 93 Kandidaten. Denn exakt so viele Sitze gibt es im Stadtparlament. Und weil jeder Name vollständig, so wie im Personalausweis, draufstehen muss, sind die Spalten und damit der Stimmzettel 20 Zentimeter breiter als bei der letzten Kommunalwahl. Auch deshalb wird hier in diesem Briefwahllokal in der Frankfurter Innenstadt schon in diesen Tagen fleißig gewählt.
Roland Liebling
„Der Stimmzettel ist ja schon ein bisschen größer. Und ich dachte mir, dass ist am Sonntag vielleicht ein bisschen kompliziert in der Wahlkabine. Und wenn’s die Möglichkeit gibt, dachte ich, kann ich das ja jetzt hier schon machen.“
Fassil Kiros
„Man muss sich Zeit nehmen. Das ist es. Wenn man sich Zeit nimmt, um es anderen zu erklären und auch für sich, um es erklärt zu bekommen, muss man sich Zeit nehmen. Dann wird es funktionieren. Aber auf Anhieb ist es wie: Was soll das, ja?“
Sibylle Perrot
„Ich kenne keinen, der auf dem Zettel steht. Von daher ist es für mich völlig irrelevant, da irgendeinen weiter hoch oder weiter runter zu beamen.“
Die einfachste Lösung ist, per Kreuz ganz oben auf dem Zettel eine ganze Liste zu wählen. Es können aber die insgesamt 93 Stimmen auch einzeln, über Parteigrenzen hinweg vergeben werden – mit bis zu drei Stimmen pro Kandidat – das sogenannte Panaschieren und Kumulieren. Umgekehrt können Listenkandidaten auch gestrichen werden. Aber Achtung: Ein einziges Kreuz zu viel macht einen ganzen Stimmzettel ungültig.
Eileen O’Sullivan (Volt), Stadträtin Frankfurt
„Ich kann das verstehen, dass der Wahlzettel einen erst mal erschlägt. Aber man kann sich auch eigentlich, wenn man sich ein bisschen damit auseinandergesetzt hat, ganz gut orientieren. Das kommt natürlich mit einer Demokratie einher, wo alle Parteien und Wählerlisten eben antreten können. Da stehen dann auch eben mehr auf dem Stimmzettel.“
Hier in der „Außenstelle Wahlen“ der Stadt Frankfurt laufen die Vorbereitungen derweil auf Hochtouren. Elf Mitarbeiter sind seit drei Monaten im Einsatz, damit 90 Paletten Stimmzettel und über 1100 Wahlurnen am 15. März dort sind, wo sie sein sollen. Ein Tipp für alle Wähler: Der XXL-Stimmzettel kann schon jetzt beim Wahlamt oder im Internet ganz in Ruhe studiert werden.
