Langsam geht es in den Endspurt. Nur noch zweieinhalb Wochen sind es bis zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Laut Umfragen das Topthema in diesem Wahlkampf: die Bildung.
Die Gräfenau Grundschule in Ludwigshafen. Regelmäßig müssen hier Schüler die erste Klasse wiederholen.
Die Landesregierung hat viele Maßnahmen beschlossen, um gegenzusteuern. Sie unterstützt die Schule – unter anderem mit mehr Geld, aber vor allem auch mit mehr Lehrkräften für gezielte Sprachförderung.
Doch man müsse schon in der Kita ansetzen, nicht erst in der Grundschule, sagt Barbara Mächtle, die Leiterin der Gräfenau Schule.
Barbara Mächtle, Leiterin Grundschule Gräfenau Ludwigshafen
„Das, was vielleicht zwei, drei Jahre versäumt wurde oder nicht stattfinden konnte, kann man nicht in einem Jahr aufholen. Da wären wir auch nicht dazu in der Lage in einem Jahr Deutsch zu lernen und gleichzeitig alle Kompetenzen zu erlernen, die wir in der Schule brauchen – ohne Sprachkenntnisse auch noch. Also Deutsch ist halt mal die Basis für alles.“
Das Land unterstützt in einem Modellprojekt jetzt rund 360 Kitas. Wie hier in der Kita am Schlosspark in Neuwied, haben Sprachbeauftragte jetzt bis zu fünf Stunden pro Woche mehr Zeit für ihre Arbeit – finanziert vom Land.
Anne Hertling, Leiterin AWO Kita Am Schlosspark Neuwied, am 21.1.206
„Was jetzt als Modell gestellt wird, muss eigentlich ganz normaler Alltag werden. Es müssen zusätzliche Stunden zur Verfügung gestellt werden.“
Eine Stärkung aller Kitas im Land, die wünscht sich auch Barbara Mächtle. Und die Schulleiterin geht noch einen Schritt weiter. Ihrer Meinung nach müsse das letzte Kita-Jahr verpflichtend sein.
Barbara Mächtle, Leiterin Grundschule Gräfenau Ludwigshafen
„Dass die Kinder auch mal wissen, okay ich muss dann und dann in der Kita sein. Dann ist vielleicht eine Essenspause, dann geht es zum Spielen. Da haben zunehmend viele Kinder Probleme, sich in diese Struktur einzufinden, was natürlich im Schulalltag sehr problematisch ist.“
Mit erheblichen Konsequenzen. Schon jetzt ist an der Gräfenau Schule absehbar: Auch in diesem Sommer werden hier wieder 30 bis 35 Kinder den Sprung von Klasse 1 in Klasse 2 nicht schaffen.
