Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Händler blicken auf das anstehende Weihnachtsgeschäft

Nov. 20, 2024

Ab nächster Woche heißt es wieder: Schnäppchen sichern, was das Zeug hält. Denn rund um den Black Friday gibt es wieder viele Sonderangebote. Die Händler hoffen, dass dann endlich der Knoten platzt und das Geschäft so richtig losgeht, denn bisher liegt der Umsatz ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres. Heute hat der hessische Handelsverband eine erste Prognose für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft gewagt.
Die Innenstädte sind schon festlich geschmückt. Die Fußgängerzonen sind voll. Und auch die Läden sind vorbereitet.  Beste Voraussetzungen für ein gutes Weihnachtsgeschäft. So sieht das auch der Handelsverband Hessen. Er rechnet mit einem Gesamterlös von 11,3 Milliarden Euro im November und Dezember. Das wären 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Durch die krisenreichen vergangenen Jahre hat die Kaufkraft der Deutschen allerdings abgenommen.

Jochen Ruths, Präsident Handelsverband Hessen
„Das ist einerseits natürlich etwas auf ein verändertes Konsumverhalten zurückzuführen. Es gibt aber eben auch das Problem, dass sehr viel gespart wird. Der deutsche Bundesbürger ist doch sehr verunsichert, was die Altersarmut betrifft und hat Angst und legt dann einfach auch mehr zur Seite, als er vielleicht eigentlich müsste und das hemmt natürlich den Konsum.“

Ist das wirklich so? Wir haben in der Frankfurter Fußgängerzone nachgefragt.

Johann Brdar
„Wir schenken uns schon seit einigen Jahren nichts mehr – die Erwachsenen. Für die Kinder natürlich schenken was die Kinder sich wünschen.“
Maurizio Rosini
„An Weihnachten vergisst man alle guten Vorsätze mit Geld und dann schlägt man halt zu.“
Gudrun Melzer
„Tatsächlich ist es bei mir so, dass ich schon immer ganz viel selber mache. Also Geschenke selber bastele, selber nähe, und das ist natürlich auch immer noch mehr im Fokus vor dem aktuellen Hintergrund wenn alles teurer wird.“

Konkurrenz machen den hessischen Händlern auch chinesische Onlineshop, die mit Dumping-Preisen locken. Der Verband fordert deshalb ein konsequenteres Umsetzen von EU-Recht um einen fairen Wettbewerb zu garantieren.

Jochen Ruths, Präsident Handelsverband Hessen
„Es gab jetzt eine Erhebung vom Regierungspräsidium Darmstadt, die wirklich mal kontrolliert haben, die haben die Produkte getestet und haben festgestellt, 95 Prozent dieser Produkte die insbesondere aus China momentan über zwei bekannte Händler hier eingeführt werden – 95 Prozent dieser Produkte entsprechen nicht unseren Vorgaben, die wir hier erwarten und die wir als deutsche Händler hier erfüllen müssen, um irgendetwas verkaufen zu können.“

Für das Gesamtjahr erwartet der Handelsverband einen Umsatz von 57 Milliarden Euro. Wie wichtig das Weihnachtsgeschäft für die Händler ist zeigt folgender Fakt: Viele Händler machen ein Drittel ihres Jahresumsatzes in der Vorweihnachtszeit.