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Frankfurter Techno-Museum eröffnet

Apr. 7, 2022

Normalerweise kommen nicht tausende von Partygängern, wenn ein Museum eröffnet wird. Wenn es das weltweit erste Techno-Museum ist, sieht das Ganze aber schon anders aus. In Frankfurt gab es kaum mehr gekannte Partyszenen – inklusive wummernde Techno-Beats und der DJ-Legende Sven Väth.
Über 3.000 Feierwütige in der Frankfurter Innenstadt – als hätte es Corona nie gegeben. Techno-Star Sven Väth höchstpersönlich gibt sich die Ehre an den Plattentellern und lässt lautstark die Bässe wummern.
Die Techno-Jünger schwanken zwischen Verehrung für ihr Idol und Begeisterung, endlich wieder feiern zu können.
Mario
„Frankfurt ist einfach die Hauptstadt des Technos. Und endlich wird’s mal wiederbelebt.“
Jonas
„Sven Väth ist eine Koryphäe, deswegen sind wir alle hier. Und deswegen feiern wir ihn.“
Julia
„Frankfurt, Techno, Sven Väth! Ich meine, mehr muss ich nicht sagen, oder?“
Gleich neben der Partymeile an der Hauptwache: Das neue „Museum Of Modern Electronic Musik“, kurz MOMEM. Die erste Ausstellung: Tausende Platten von Sven Väth, Bilder aus seiner Kariere und Lichtshows. Entgegen seiner sonstigen Art fehlen dem Star-DJ bei einem ersten Rundgang fast die Worte.
Sven Väth, DJ-Legende aus Frankfurt:
„Es ist keine Retrospektive, es geht um mich als Mensch. Als DJ, Künstler, Musiker.“
In dem 800 Quadratmeter großen Techno-Museum sollen künftig Workshops und Konzerte stattfinden, das goldene Zeitalter elektronischer Musik zum Anfassen. Vor allem in den Neunziger Jahren prägte Sven Väth die damals neue Musikkultur und machte Frankfurt mit Clubs wie dem Dorian Gray, Omen oder Cocoon zur Techno-Hochburg. Entsprechend feiert die Stadt das Museum nun mit: Großer Empfang in der Paulskirche, und zu ungewohnten Technoklängen am historischen Ort findet auch der gefeierte DJ mehr Worte zum neuen Museum.
Sven Väth, DJ-Legende auf Frankfurt
„Ich habe gedacht, ich bin in ‘nem Club. Es war so authentisch, das Gefühl. Da schlägt ein Herz. Es ist jetzt nicht wirklich ein ‚Museum‘, es ist eine Institution. Da soll etwas passieren.“
Neben alten Weggefährten, wie dem Frankfurter Musikproduzenten Moses Pelham, lässt sich auch Väths Familie die Feier nicht entgehen. Mutter Monika lobt ihren Sohn und dessen Kariere in den höchsten Tönen.
Monika Väth, Mutter von Sven Väth
„Da ich selbst eine Diskothek hatte, hat er bei mir gelernt! Da wusste ich, dass er gut ist. Er war überall gut, er war der Beste!“
Die Eröffnung des MOMEN hatte sich allerdings über Jahre hingezogen, lange gab es Streit über die Finanzierung. Letztlich unterstützt die Stadt Frankfurt das private Projekt mit einem Darlehen von 500.000 Euro, die Räume gibt es mietfrei. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann freut sich über die neue Attraktion.
Peter Feldmann, SPD, Oberbürgermeister Frankfurt:
„Das MOMEM ist die Kraft dieser Stadt! Das MOMEM ist der Stolz dieser Stadt!“
Jubel bei den Techno-Jüngern. Sie hoffen, dass mit dem weltweit ersten Techno-Museum auch die zuletzt stark gebeutelte Frankfurter Clubszene wieder in Schwung kommt.