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Projekt „Masterplan Frankfurt Hauptbahnhof“

März 24, 2022

Fast eine halbe Million Menschen nutzen jeden Tag den Frankfurter Hauptbahnhof. Und die wenigsten von ihnen dürften wahrnehmen, durch was für ein historisches Gebäude sie da eilen. Aktuell wird der mächtige Bahnhof runderneuert – bei laufendem Betrieb natürlich. Und bei dieser Restaurierung kommt auch mal eine unverhoffte Überraschung zutage.
Seit Ende des 19. Jahrhunderts steht er da und hat viel gesehen: Zwei Weltkriege, Kaiser und Führer hat der Frankfurter Hauptbahnhof überstanden. Jetzt wird er zukunftsfähig gemacht. Dabei sollen Reisende den Bahnhof wieder als den Prachtbau wahrnehmen, der er zu seiner Eröffnung war.
Dr. Katja Maaser, Leiterin „Masterplan Frankfurt Hauptbahnhof“
„Der Bahnhof ist 1888 als topmoderner Bahnhof gestartet und damit natürlich auch für die nächsten 100 Jahre schon ausgelegt worden. Man hat relativ zeitig, 20 Jahre später schon, eine Erweiterung der Schiffe gemacht, weil man erkannt hat, dass die Reisendenkapazitäten einfach nicht auskommen werden in Zukunft und das gleiche haben wir jetzt vor natürlich mit dem Umbau.“
Wer genau hinschaut, kann noch Überbleibsel aus dem Kaiserreich entdecken, bis hin zu geschmückten Wasserrohren. Die sollen weiterhin zur Geltung kommen, während sich drum herum einiges verändert: Die Eingangshalle wird in den kommenden Jahren zu einer Galerie umgebaut. Dann ist der Blick frei auf die Geschäfte der darunter liegenden B-Ebene. Die Restaurierung hat auch einen unerwarteten Schatz offengelegt. Wo draußen der Schriftzug einer Burger-Kette prangt, findet sich drinnen ein Raum mit imposanter Kuppel – der alte Herrenwaschraum. Hier konnten es sich Passagiere der ersten Klasse einst in Badewannen gutgehen lassen – und das nicht zwischen profanen Schwimmbadkacheln.
Leonie Salzmann-Tyll, Restauratorin
„Wir haben hier Malereien entdeckt oberhalb einer abgehängten Decke aus den fünfziger Jahren. Und zwar ist das, was wir hier sehen in dem Raum, die bauzeitliche Malerei, also bauzeitliche Dekorationsmalerei. Also es war sehen und gesehen werden und es wurde auch wirklich gezeigt, was man konnte.“
Wie dieser Raum in Zukunft genutzt werden kann, ist noch nicht klar. Zwei Etagen tiefer wird schon gearbeitet. Die B-Ebene soll gastlicher und heller werden, dazu wird sie nach und nach komplett zurückgebaut. Schon jetzt wurden 580 Kilometer Kabel entfernt – eine Strecke von hier bis Berlin. Das braucht seine Zeit. Der Bau des Hauptbahnhofes dauerte fünf Jahre, der Umbau deutlich länger.
Dr. Katja Maaser, Leiterin „Masterplan Frankfurt Hauptbahnhof“
„Wir haben im Oktober 2020 angefangen mit dem Bau und werden bis 2032/34 zu tun haben, um wirklich die ganz großen Projektmaßnahmen – wir reden hier von 23 Teilmaßnahmen – umzusetzen.“
Die geplanten Kosten belaufen sich auf 375 Millionen Euro. Und wer weiß, ob sich nicht noch weitere Überraschungen wie der Herrenwaschraum finden. Gab es denn auch einen Damenwaschraum?
Leonie Salzmann-Tyll, Restauratorin
„Ja, aber der war im Keller.“
Er ist halt doch ein Kind des 19. Jahrhunderts – der Frankfurter Hauptbahnhof.