Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Westerwälder Busunternehmer hilft Flüchtlingen

März 18, 2022

Mehr als 15.000 Ukrainer haben bislang in Rheinland-Pfalz Zuflucht gefunden und jeden Tag werden es mehr. Auch in Kroppach im Westerwald ist am Morgen wieder ein Bus mit Geflüchteten aus dem Kriegsgebiet angekommen.
Emotionale Szenen heute Morgen auf dem Firmengelände des Busunternehmens Meso in Kroppach. 23 Menschen aus der Ukraine kommen nach über 14 Stunden Fahrt im Westerwald an und werden hier von ihren deutschen Gastfamilien in Empfang genommen. Die Erschöpfung ist den Ukrainern anzusehen aber auch die Erleichterung endlich in Sicherheit zu sein.
Oksana, gebürtige Ukrainerin
„Die Busfahrer haben uns versichert, dass es in Deutschland nette Menschen gibt, die auf uns warten und dass sie uns nicht im Stich lassen.“
Natalia, ist aus Dnipro geflohen
„Fünf Tage waren wir auf der Flucht. Es war schlimm. Wir wussten nicht, wohin wir fahren sollen. Uns ist jetzt ein Riesenstein vom Herzen gefallen, als wir hier jemanden gesehen haben, bei dem wir bleiben können. Aber wir beten dafür, dass wir in ein paar Wochen wieder zurück nach Hause können.“
Die meisten Ukrainer kommen jetzt bei Privatpersonen in den umliegenden Westerwaldgemeinden unter.

Patricia Misiewicz & Sandra Graulich aus Wied
„Wir freuen uns einfach, dass wir den Menschen helfen können. Wir sind glücklich. Wir freuen uns und man merkt uns ja auch an, dass wir sehr emotional und auch etwas verängstigt und verunsichert sind. Wir sind selber Mütter und dann freuen wir uns, dass wir solchen Frauen helfen können, die kleine Kinder haben.“
Ulrike & Ulrich Backofen aus Bad Marienberg:
„Einfach ein Zuhause bieten, erstmal runterkommen, erstmal ein bisschen Abstand kriegen, mal sich in Sicherheit fühlen. Also ich denke wir können uns alle, die wir hier in diesem Land leben, nicht vorstellen, was diese Menschen mitgemacht haben.“
Die Gastfamilien wissen erst seit heute Morgen wer zu ihnen kommt. Der Verein „Wäller helfen“ organisiert die Vermittlung der Ukrainer in private Unterkünfte. Allein 300 in der letzten Woche.
Björn Flick, Verein „Wäller helfen“:
„Die Hilfsbereitschaft unserer Bevölkerung ist wahnsinnig. Als ich alle angerufen habe und auch gefragt habe, ob das auch längerfristig möglich ist, also mindestens bis vielleicht sogar einem Jahr oder länger, da hat mir keiner abgesagt. Und das zeigt, was für ein Potential in unserer Bürgerschaft steckt.“
Es ist bereits der sechste Bus der hier in Kroppach eintrifft. Seit Ausbruch des Krieges sammelt Busunternehmer Ulrich Meutsch Spenden und fährt damit an die polnisch-ukrainische Grenze. Medikamente, Windeln, Nahrungsmittel, Feldbetten alles stapeln die freiwilligen Helfer in den Reisebus.
Ulrich Meutsch, Busunternehmer aus Kroppach
„Die Stadtverwaltung von Riwne nimmt das in Empfang. Somit wissen wir auch, dass das verteilt wird in gute Hände. Und das war so mit der Hauptgrund, so nach dem Motto: Den Leuten muss geholfen werden. Und wer einmal drüben war und hat das Elend gesehen, der versteht, dass man da helfen muss.“
Auf dem Rückweg steuert der Bus Notunterkünfte an, um Flüchtlinge mit nach Deutschland zu bringen. Die Situation vor Ort ist chaotisch, manche entscheiden kurzfristig, doch nicht mitzufahren.
Elmar Räder, Fahrer des Hilfsbusses
„Das ist vor Ort natürlich nicht so einfach in den riesengroßen Hallen und da ist ein Durcheinander. Und da wird hin und her geschwätzt oder gesprochen. Und es dauert dann schon einige Zeit bis wir die Leute dann gefunden haben.“
Trotzdem will das Busunternehmen noch viele weitere Busse auf den Weg schicken um möglichst viele Menschen zu retten. Sieht man die Emotionen, die sich heute Morgen in Kroppach Bahn brechen, weiß man warum.