Ball des Sports nicht länger in Wiesbaden
„Bye-bye, Wiesbaden“ sagt wohl bald der Ball des Sports –das Glamourevent der Region. Was sich vor einigen Monaten angedeutet hat, wird nun konkreter. Der Magistrat der hessischen Landeshauptstadt hat beschlossen, das Event nicht weiter finanziell zu unterstützen – gegen den Willen des Oberbürgermeisters. Während in Wiesbaden noch diskutiert wird, melden sich bereits schon andere hessische und rheinland-pfälzische Städte. Der Ball des Sports ist eben ein echtes Aushängeschild.
Es ist DAS gesellschaftliche Ereignis des Jahres – alles, was in der Politik, der Wirtschaft, im Showbusiness und vor allem im Sport Rang und Namen hat, lässt sich hier gerne blicken: auf dem Ball des Sports, seit vielen Jahren fester Bestandteil im Event-Kalender der Stadt Wiesbaden. Doch damit ist es nun wohl vorbei: Gestern Abend hat der Magistrat der Stadt mit der Mehrheit von SPD, Grünen, Linkspartei und Volt dem Ball des Sports den finanziellen Zuschuss gestrichen – sehr zum Ärger von Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende, der die prestigeträchtige Veranstaltung gerne in der Landeshauptstadt behalten hätte.
Gert-Uwe Mende, SPD, Oberbürgermeister Wiesbaden
„Ich glaube, der Ball des Sports war eine Bereicherung für die Stadt. Es ist eine Flaggschiffveranstaltung in unserem modernen RheinMain CongressCenter. Und es dient damit vor allem dem Marketing dieses herausragenden Kongress-Standortes und dieser herausragenden Halle, die, glaube ich, ihresgleichen in der Bundesrepublik sucht. Mehrheiten bilden sich. Und die Mehrheit hat sich so rum gebildet. Passt mir nicht sehr. Passt mir nicht!“
Auch die CDU hätte sich eine andere Entscheidung gewünscht. Bürgermeister und Wirtschaftsdezernent Oliver Franz hatte bis zuletzt versucht, die Finanzierung doch noch auf die Beine zu stellen. Weil der Großteil der Kosten für die Veranstaltung ohnehin von der Stiftung Deutsche Sporthilfe, Lotto Hessen und weiteren Sponsoren getragen wird, hätten 250.000 Euro aus der Stadtkasse ausgereicht – kein Vergleich zu dem, was der Stadt nun ohne den Ball des Sports an Einnahmen entgehe.
Oliver Franz, CDU, Bürgermeister und Wirtschaftsdezernent Wiesbaden
„Beim Ball des Sports geht es um mehr als 4 Millionen Euro, die jedes Jahr als direkte und indirekte Wertschöpfung in Stadt und Region ausgelöst worden sind durch diese Veranstaltung. Die hätten wir dringend nötig gehabt. Gerade eben Gastronomie, Hotellerie, Veranstaltungsbranche – aber auch Einzelhandel. Deshalb bedauere ich die Entscheidung wirklich sehr.“
Alles nur Schätzungen – und noch nicht mal besonders gute, sagen dagegen die Grünen. Die einzig wirklich belastbare Zahl sei der Zuschuss durch die Stadt. Der Werbewert der Veranstaltung überschaubar – und auch Gaststätten und Hotels würden kaum profitieren, da die meisten Ballgäste ohnehin in Frankfurt übernachteten. Irgendwann sei es dann auch mal gut – zumal der Ball des Sports auch ökologisch nicht mehr tragbar sei.
Felix Kisseler, B’90 / GRÜNE, Fraktionsgeschäftsführer und Stadtverordneter Wiesbaden
„Beispielsweise ist für den Ball des Sports mal ein Außenschwimmbecken für eine Bahn aufgestellt worden, damit da Sportlerinnen und Sportler quasi für Werbezwecke mal ne Bahn schwimmen können. Und sowas als Ereignis können wir uns in diesen Zeiten eigentlich nicht mehr leisten.“
Auch die Partei Volt hat im Magistrat gegen den Ball des Sports gestimmt, obwohl sie eigentlich als wirtschafsnah gilt.
Sascha Kolhey, Volt, Fraktionsgeschäftsführer
„Grundsätzlich begrüßen wir die Sportveranstaltungen, auch Großveranstaltungen in Wiesbaden. Allerdings – vom Ball des Sports profitieren nicht so wirklich die Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Und uns ist wichtig, dass von Steuergeldern auch die Bürgerinnen und Bürger profitieren.“
Apropos profitieren: Das wollen nun gleich zwei andere Städte im Rhein-Main-Gebiet von der Wiesbadener Absage. Sowohl Frankfurt als auch Mainz würden den Ball des Sports nur allzu gerne wieder zu sich holen. 13 Mal ging die Veranstaltung seit ihrer Premiere im Jahr 1970 in der Mainzer Rheingoldhalle über die Bühne. Immerhin zwölf Mal war die Stadt Frankfurt bereits Gastgeber. Die Opposition im Römer plädiert deshalb für die Stadt am Main.
Uwe Becker, CDU, Kreisvorsitzender Frankfurt
„Wir sind Sportstadt. Wir sind eine Stadt, in der große Veranstaltungen stattfinden. Und der Ball des Sports passt gerade in die Sportstadt Frankfurt bestens hinein.“
Letzte Chance für den Ball des Sports in Wiesbaden: Die Stadtverordnetenversammlung am 31. März, die noch gegen den Magistratsbeschluss stimmen könnte. Das gilt allerdings als äußerst unwahrscheinlich, weil dort die gleichen Mehrheitsverhältnisse herrschen wie im Magistrat. Alle anderen Städte können also schon mal ihre Bewerbungen schreiben: Ende April will die Stiftung Deutsche Sporthilfe darüber entscheiden, wo der Ball des Sports in Zukunft stattfinden soll.
Es ist DAS gesellschaftliche Ereignis des Jahres – alles, was in der Politik, der Wirtschaft, im Showbusiness und vor allem im Sport Rang und Namen hat, lässt sich hier gerne blicken: auf dem Ball des Sports, seit vielen Jahren fester Bestandteil im Event-Kalender der Stadt Wiesbaden. Doch damit ist es nun wohl vorbei: Gestern Abend hat der Magistrat der Stadt mit der Mehrheit von SPD, Grünen, Linkspartei und Volt dem Ball des Sports den finanziellen Zuschuss gestrichen – sehr zum Ärger von Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende, der die prestigeträchtige Veranstaltung gerne in der Landeshauptstadt behalten hätte.
Gert-Uwe Mende, SPD, Oberbürgermeister Wiesbaden
„Ich glaube, der Ball des Sports war eine Bereicherung für die Stadt. Es ist eine Flaggschiffveranstaltung in unserem modernen RheinMain CongressCenter. Und es dient damit vor allem dem Marketing dieses herausragenden Kongress-Standortes und dieser herausragenden Halle, die, glaube ich, ihresgleichen in der Bundesrepublik sucht. Mehrheiten bilden sich. Und die Mehrheit hat sich so rum gebildet. Passt mir nicht sehr. Passt mir nicht!“
Auch die CDU hätte sich eine andere Entscheidung gewünscht. Bürgermeister und Wirtschaftsdezernent Oliver Franz hatte bis zuletzt versucht, die Finanzierung doch noch auf die Beine zu stellen. Weil der Großteil der Kosten für die Veranstaltung ohnehin von der Stiftung Deutsche Sporthilfe, Lotto Hessen und weiteren Sponsoren getragen wird, hätten 250.000 Euro aus der Stadtkasse ausgereicht – kein Vergleich zu dem, was der Stadt nun ohne den Ball des Sports an Einnahmen entgehe.
Oliver Franz, CDU, Bürgermeister und Wirtschaftsdezernent Wiesbaden
„Beim Ball des Sports geht es um mehr als 4 Millionen Euro, die jedes Jahr als direkte und indirekte Wertschöpfung in Stadt und Region ausgelöst worden sind durch diese Veranstaltung. Die hätten wir dringend nötig gehabt. Gerade eben Gastronomie, Hotellerie, Veranstaltungsbranche – aber auch Einzelhandel. Deshalb bedauere ich die Entscheidung wirklich sehr.“
Alles nur Schätzungen – und noch nicht mal besonders gute, sagen dagegen die Grünen. Die einzig wirklich belastbare Zahl sei der Zuschuss durch die Stadt. Der Werbewert der Veranstaltung überschaubar – und auch Gaststätten und Hotels würden kaum profitieren, da die meisten Ballgäste ohnehin in Frankfurt übernachteten. Irgendwann sei es dann auch mal gut – zumal der Ball des Sports auch ökologisch nicht mehr tragbar sei.
Felix Kisseler, B’90 / GRÜNE, Fraktionsgeschäftsführer und Stadtverordneter Wiesbaden
„Beispielsweise ist für den Ball des Sports mal ein Außenschwimmbecken für eine Bahn aufgestellt worden, damit da Sportlerinnen und Sportler quasi für Werbezwecke mal ne Bahn schwimmen können. Und sowas als Ereignis können wir uns in diesen Zeiten eigentlich nicht mehr leisten.“
Auch die Partei Volt hat im Magistrat gegen den Ball des Sports gestimmt, obwohl sie eigentlich als wirtschafsnah gilt.
Sascha Kolhey, Volt, Fraktionsgeschäftsführer
„Grundsätzlich begrüßen wir die Sportveranstaltungen, auch Großveranstaltungen in Wiesbaden. Allerdings – vom Ball des Sports profitieren nicht so wirklich die Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Und uns ist wichtig, dass von Steuergeldern auch die Bürgerinnen und Bürger profitieren.“
Apropos profitieren: Das wollen nun gleich zwei andere Städte im Rhein-Main-Gebiet von der Wiesbadener Absage. Sowohl Frankfurt als auch Mainz würden den Ball des Sports nur allzu gerne wieder zu sich holen. 13 Mal ging die Veranstaltung seit ihrer Premiere im Jahr 1970 in der Mainzer Rheingoldhalle über die Bühne. Immerhin zwölf Mal war die Stadt Frankfurt bereits Gastgeber. Die Opposition im Römer plädiert deshalb für die Stadt am Main.
Uwe Becker, CDU, Kreisvorsitzender Frankfurt
„Wir sind Sportstadt. Wir sind eine Stadt, in der große Veranstaltungen stattfinden. Und der Ball des Sports passt gerade in die Sportstadt Frankfurt bestens hinein.“
Letzte Chance für den Ball des Sports in Wiesbaden: Die Stadtverordnetenversammlung am 31. März, die noch gegen den Magistratsbeschluss stimmen könnte. Das gilt allerdings als äußerst unwahrscheinlich, weil dort die gleichen Mehrheitsverhältnisse herrschen wie im Magistrat. Alle anderen Städte können also schon mal ihre Bewerbungen schreiben: Ende April will die Stiftung Deutsche Sporthilfe darüber entscheiden, wo der Ball des Sports in Zukunft stattfinden soll.









