Kriegsflüchtlinge finden Zuflucht bei Verwandten in Guldental
Wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine haben heute Mittag um 12 Uhr die Glocken des Mainzer Doms sieben Minuten lang geläutet. Das Bistum folgte damit einem Aufruf der Europäischen Vereinigung der Dombaumeister. Jede Minute Glockenläuten stehe für einen Tag dieses aberwitzigen Krieges. Weil immer mehr Flüchtlinge aus der Ukraine nach Deutschland kommen, bereiten Länder und Kommunen zusätzliche Notunterkünfte vor. Und auch immer mehr Privatpersonen nehmen Kriegsflüchtlinge auf. Wir haben eine ukrainische Familie getroffen, die Zuflucht im rheinland-pfälzischen Guldental gefunden hat.
Maryna, ihre Freundin Natascha und deren Töchter Nastya und Anna. Erschöpft und übermüdet sitzen sie auf der Couch im Haus der Schwester. 2.100 Kilometer Flucht von der ukrainischen Stadt Winnyzja bis nach Guldental in Rheinland-Pfalz liegen hinter ihnen. Das Handy legen sie nicht mehr aus der Hand – Kontakt halten in die Heimat. Denn sie mussten ihre Männer und Verwandte zurücklassen. Auch Marynas Söhne kamen nicht mehr über die Grenze, weil für wehrfähige Männer ein Ausreiseverbot besteht.
Maryna, ist aus der Ukraine geflüchtet
„Das war sehr schwer, weil wir müssen sagen ‚Tschüss‘ und ich wusste nicht, wann und wie wir wieder zusammen sein werden. Und wenn du guckst: Alle Frauen und Männer haben geweint. Weil – weiß ich nicht – das ist so schrecklich diese Zeit. Sowas zu erleben, das ist schrecklich. Und auch wenn du dieses Foto anguckst. Die Kinder stehen mit Waffen da. So, dass sie das Haus beschützen können und seinen Boden und sein Leben. Und es ist immer so, jeden Morgen nehmen wir das Handy; schreiben: Alles gut? Alles okay? Was ist los? Ist es da ruhig oder nicht oder was? Das ist … das ist sehr schwer!“
Noch geht es der Familie in der Ukraine gut. Die Angst aber ist groß. Freundin Natascha zeigt ein Video; mehrmals am Tag gibt es Sirenenalarm. Dann müssen die Männer in den Bunker und können sich nicht mehr melden. Das seien die schlimmsten Stunden für sie, berichtet Natascha auf ukrainisch.
Maryna, ist aus der Ukraine geflüchtet
„Und du weißt nicht, was du machen sollst. Manchmal stehe ich auf und denke: Nein; ich packe gleich das Auto und fahre nach Hause und bin dann zusammen mit meiner Familie. Dann denke ich: Okay er hat mich sehr gebeten, dass ich fahre, dass ihm es so leichter sein würde, dass ich in Sicherheit bin.“
Zuflucht haben Sie nun bei der Familie in Rheinland-Pfalz gefunden. Für Schwager Selim Darcan war es selbstverständlich alle aufzunehmen.
Selim Darcan
„Ich habe gesagt, die sollen die Koffer packen und hierher kommen. Alle Mann! Meine Cousine kam hierher, die hat samstags mit ihren Freunden die Betten aufgebaut, im Wohnzimmer. Die Leute haben Essen, Trinken, Geld mitgebracht, was man so braucht. Und die Hilfsbereitschaft war unbeschreiblich. Und da kann man auch nur allen höchsten Respekt und Danke sagen, dass das alles so gut funktioniert hat und das habe ich wirklich noch nie so erlebt.“
Am Wochenende will Selim Darcan selbst Hilfsgüter an die ukrainische Grenze und von dort aus nach Winnyzja bringen. Hilfe bekommt er von vielen Bürgern und Unternehmern in der Region.
Wie es in Guldental weitergehen soll, das weiß im Moment niemand. Nur eins ist sicher: Maryna, Natascha und die Kinder wollen nicht in Deutschland bleiben.
Maryna, ist aus der Ukraine geflüchtet
„Ich will leben in meiner Stadt in der Ukraine, mit meiner Familie!“
Maryna, ihre Freundin Natascha und deren Töchter Nastya und Anna. Erschöpft und übermüdet sitzen sie auf der Couch im Haus der Schwester. 2.100 Kilometer Flucht von der ukrainischen Stadt Winnyzja bis nach Guldental in Rheinland-Pfalz liegen hinter ihnen. Das Handy legen sie nicht mehr aus der Hand – Kontakt halten in die Heimat. Denn sie mussten ihre Männer und Verwandte zurücklassen. Auch Marynas Söhne kamen nicht mehr über die Grenze, weil für wehrfähige Männer ein Ausreiseverbot besteht.
Maryna, ist aus der Ukraine geflüchtet
„Das war sehr schwer, weil wir müssen sagen ‚Tschüss‘ und ich wusste nicht, wann und wie wir wieder zusammen sein werden. Und wenn du guckst: Alle Frauen und Männer haben geweint. Weil – weiß ich nicht – das ist so schrecklich diese Zeit. Sowas zu erleben, das ist schrecklich. Und auch wenn du dieses Foto anguckst. Die Kinder stehen mit Waffen da. So, dass sie das Haus beschützen können und seinen Boden und sein Leben. Und es ist immer so, jeden Morgen nehmen wir das Handy; schreiben: Alles gut? Alles okay? Was ist los? Ist es da ruhig oder nicht oder was? Das ist … das ist sehr schwer!“
Noch geht es der Familie in der Ukraine gut. Die Angst aber ist groß. Freundin Natascha zeigt ein Video; mehrmals am Tag gibt es Sirenenalarm. Dann müssen die Männer in den Bunker und können sich nicht mehr melden. Das seien die schlimmsten Stunden für sie, berichtet Natascha auf ukrainisch.
Maryna, ist aus der Ukraine geflüchtet
„Und du weißt nicht, was du machen sollst. Manchmal stehe ich auf und denke: Nein; ich packe gleich das Auto und fahre nach Hause und bin dann zusammen mit meiner Familie. Dann denke ich: Okay er hat mich sehr gebeten, dass ich fahre, dass ihm es so leichter sein würde, dass ich in Sicherheit bin.“
Zuflucht haben Sie nun bei der Familie in Rheinland-Pfalz gefunden. Für Schwager Selim Darcan war es selbstverständlich alle aufzunehmen.
Selim Darcan
„Ich habe gesagt, die sollen die Koffer packen und hierher kommen. Alle Mann! Meine Cousine kam hierher, die hat samstags mit ihren Freunden die Betten aufgebaut, im Wohnzimmer. Die Leute haben Essen, Trinken, Geld mitgebracht, was man so braucht. Und die Hilfsbereitschaft war unbeschreiblich. Und da kann man auch nur allen höchsten Respekt und Danke sagen, dass das alles so gut funktioniert hat und das habe ich wirklich noch nie so erlebt.“
Am Wochenende will Selim Darcan selbst Hilfsgüter an die ukrainische Grenze und von dort aus nach Winnyzja bringen. Hilfe bekommt er von vielen Bürgern und Unternehmern in der Region.
Wie es in Guldental weitergehen soll, das weiß im Moment niemand. Nur eins ist sicher: Maryna, Natascha und die Kinder wollen nicht in Deutschland bleiben.
Maryna, ist aus der Ukraine geflüchtet
„Ich will leben in meiner Stadt in der Ukraine, mit meiner Familie!“









