Kultusminister Alexander Lorz zum Schulbeginn
Mit dem hessischen Kultusminister sprechen wir über die Kritik an den Maßnahmen nach dem Ende der Herbstferien.
Markus Appelmann, Moderator: Guten Tag, Herr Lorz.
Alexander Lorz, CDU, Kultusminister Hessen: Schönen guten Tag, Herr Appelmann.
Appelmann: Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer fordert engmaschige Tests und Maskenpflicht nicht nur nach den Ferien, sondern immer – gerade jetzt, wo sich wieder viel mehr in geschlossenen Räumen abspielt. Warum sind die verstärkten Testungen nur auf zwei Wochen beschränkt?
Lorz: Also, wir führen ja die Testungen auch weiterhin regelmäßig durch und wir haben eigentlich mit der Testfrequenz von zweimal pro Woche eine sehr gute Erfahrung gemacht, die wird auch von vielen Experten für ausreichend gehalten. Diese besonderen Testfrequenz von dreimal pro Woche setzen wir jetzt gezielt in den Wochen nach den Herbstferien ein, einfach um die Problematik der Rückkehrer abzufangen. Aber jedenfalls die Erfahrung nach den Sommerferien hat ja auch gezeigt, dass wir danach zweimal pro Woche eigentlich sehr gut hinkommen.
Appelmann: Rund 750 Kinder in Hessen gehen nicht zur Schule, weil sie sich nicht auf Coruna testen lassen. Die Gewerkschaft kritisiert das Land, weil es kein Bußgeld verhängt. Andere Bundesländer machen das. Sehen Sie darin keine Verletzung der Schulpflicht oder warum wird das Fernbleiben nicht geahndet?
Lorz: Wir haben das Problem, wir müssen uns die Klientel anschauen, in der wir es zu tun haben. Es geht ja glücklicherweise nur um ein Promille aller Schülerinnen und Schüler, aber klar, um die machen wir uns auch Sorgen. Die werden aber natürlich typischerweise von ihren Eltern ferngehalten, weil die Eltern aus Prinzip die Tests verweigern. Ich finde das nicht gut, aber man muss auch nüchtern sehen, man kann niemanden zu einem Test zwingen und mit Bußgeldern kommen an dieser Stelle auch nicht weiter. Das zeigen auch die Erfahrungen in anderen Bundesländern. Hier glaube ich, kommen wir wenn, dann nur mit Überzeugungskraft weiter und natürlich an dem Punkt, wo wir auf diese Test Pflicht auch wieder verzichten können, spätestens in diesem Moment wird die Präsenzpflicht auch wieder greifen.
Appelmann: Herr Lorz, zum ersten Mal seit Mai liegen die Corona-Inzidenzen in Deutschland wieder über dem Wert von 100, heute sogar schon über 110. Lassen Sie uns abschließend daher den Blick in die Zukunft werfen. Müssen die Eltern damit rechnen, dass bald wieder vermehrt Präsenzunterricht ausfällt, dass Schulen wieder dichtgemacht werden?
Lorz: Also, wir sind hier ganz anders aufgestellt für diesen Winter, als wir das vor einem Jahr waren. Wir haben jetzt die Tests, wir haben die Impfungen – auch wenn sie für die Unter-12-Jährigen natürlich noch nicht greifen können -, wir haben Erfahrungen beispielsweise auch mit Quarantäneregeln. Deswegen können wir auch da sehr sehr viel spezifischer, sehr viel differenzierter herangehen, als wir das vorher konnten. Wir haben die Hygienevorschriften, wir haben auch bei Dingen wie Luftfilter aufgerüstet, auch wenn das das Lüften nicht ersetzen kann, aber auch damit haben wir Erfahrungen gesammelt. Ich glaube, die Voraussetzungen insgesamt – natürlich auch, weil wir dann doch 60, 70 Prozent Impfquote in der Bevölkerung haben – sind jetzt sehr viel besser, dass wir gut über den Winter kommen. Aber natürlich: Wir haben in dieser Pandemie viele Wendungen erlebt, auch viele Überraschungen von Seiten des Virus – es gibt keine Garantien, aber es gibt, glaube ich, Grund zur Zuversicht.
Appelmann: Danke an den hessischen Kultusminister, an Alexander Lorz.
Markus Appelmann, Moderator: Guten Tag, Herr Lorz.
Alexander Lorz, CDU, Kultusminister Hessen: Schönen guten Tag, Herr Appelmann.
Appelmann: Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer fordert engmaschige Tests und Maskenpflicht nicht nur nach den Ferien, sondern immer – gerade jetzt, wo sich wieder viel mehr in geschlossenen Räumen abspielt. Warum sind die verstärkten Testungen nur auf zwei Wochen beschränkt?
Lorz: Also, wir führen ja die Testungen auch weiterhin regelmäßig durch und wir haben eigentlich mit der Testfrequenz von zweimal pro Woche eine sehr gute Erfahrung gemacht, die wird auch von vielen Experten für ausreichend gehalten. Diese besonderen Testfrequenz von dreimal pro Woche setzen wir jetzt gezielt in den Wochen nach den Herbstferien ein, einfach um die Problematik der Rückkehrer abzufangen. Aber jedenfalls die Erfahrung nach den Sommerferien hat ja auch gezeigt, dass wir danach zweimal pro Woche eigentlich sehr gut hinkommen.
Appelmann: Rund 750 Kinder in Hessen gehen nicht zur Schule, weil sie sich nicht auf Coruna testen lassen. Die Gewerkschaft kritisiert das Land, weil es kein Bußgeld verhängt. Andere Bundesländer machen das. Sehen Sie darin keine Verletzung der Schulpflicht oder warum wird das Fernbleiben nicht geahndet?
Lorz: Wir haben das Problem, wir müssen uns die Klientel anschauen, in der wir es zu tun haben. Es geht ja glücklicherweise nur um ein Promille aller Schülerinnen und Schüler, aber klar, um die machen wir uns auch Sorgen. Die werden aber natürlich typischerweise von ihren Eltern ferngehalten, weil die Eltern aus Prinzip die Tests verweigern. Ich finde das nicht gut, aber man muss auch nüchtern sehen, man kann niemanden zu einem Test zwingen und mit Bußgeldern kommen an dieser Stelle auch nicht weiter. Das zeigen auch die Erfahrungen in anderen Bundesländern. Hier glaube ich, kommen wir wenn, dann nur mit Überzeugungskraft weiter und natürlich an dem Punkt, wo wir auf diese Test Pflicht auch wieder verzichten können, spätestens in diesem Moment wird die Präsenzpflicht auch wieder greifen.
Appelmann: Herr Lorz, zum ersten Mal seit Mai liegen die Corona-Inzidenzen in Deutschland wieder über dem Wert von 100, heute sogar schon über 110. Lassen Sie uns abschließend daher den Blick in die Zukunft werfen. Müssen die Eltern damit rechnen, dass bald wieder vermehrt Präsenzunterricht ausfällt, dass Schulen wieder dichtgemacht werden?
Lorz: Also, wir sind hier ganz anders aufgestellt für diesen Winter, als wir das vor einem Jahr waren. Wir haben jetzt die Tests, wir haben die Impfungen – auch wenn sie für die Unter-12-Jährigen natürlich noch nicht greifen können -, wir haben Erfahrungen beispielsweise auch mit Quarantäneregeln. Deswegen können wir auch da sehr sehr viel spezifischer, sehr viel differenzierter herangehen, als wir das vorher konnten. Wir haben die Hygienevorschriften, wir haben auch bei Dingen wie Luftfilter aufgerüstet, auch wenn das das Lüften nicht ersetzen kann, aber auch damit haben wir Erfahrungen gesammelt. Ich glaube, die Voraussetzungen insgesamt – natürlich auch, weil wir dann doch 60, 70 Prozent Impfquote in der Bevölkerung haben – sind jetzt sehr viel besser, dass wir gut über den Winter kommen. Aber natürlich: Wir haben in dieser Pandemie viele Wendungen erlebt, auch viele Überraschungen von Seiten des Virus – es gibt keine Garantien, aber es gibt, glaube ich, Grund zur Zuversicht.
Appelmann: Danke an den hessischen Kultusminister, an Alexander Lorz.









