DLRG rät zur Vorsicht beim Baden im Rhein
Der Rheinstrand Heidenfahrt. Kinder plantschen im Wasser, Schwimmer ziehen ihre Bahnen und entspannen im Sand. Doch der Fluss, der hier so idyllisch wirkt, kann nur wenige Meter weiter schnell zur Gefahr werden.
Andreas Tepel, Strömungsretter DLRG Rheinhessen
„Wenn ich hier zwei Schritte rausgehe, dann bin ich schon im brusttiefen Wasser und dann wird’s potenziell schon so gefährlich, dass man sagen muss, ich kann mit dem Kopf unter Wasser kommen und dann nicht mehr atmen.“
Das Problem: Anders als im Schwimmbad wird das Wasser im Rhein schlagartig tiefer. Und mit der Tiefe kommt die Strömung, dazu Unterströmung durch vorbeifahrende Schiffe. Gefahren, die viele Badegäste unterschätzen – vor allem Männer: Sie machen 90 Prozent der Badetoten aus.
Andreas Tepel, Strömungsretter DLRG Rheinhessen
„Es ist oft Überschätzung, oft in Kombination mit Alkohol und Drogen oder auch einfach man geht rein, weil man sich selbst überschätzt.“
Rund 20 Kilometer Rhein kontrolliert die DLRG Ingelheim. Jeden Sommer haben sie etwa vierzig Einsätze wegen vermisster Schwimmer.
Wir wollen wissen: Wie schnell treibt einen die Strömung ab? Zurück am Strand macht Rettungsschwimmer Luca für uns den Selbstversuch. Selbst mit Schwimmweste schafft er es nur kurze Zeit gegen die Strömung anzukommen.
Luca Virnich, Rettungsschwimmer DLRG Ingelheim
„Die Strömung zieht einem sehr schnell viel Kraft raus. Dementsprechend ist es auch für einen geübten Schwimmer für kurze Zeit möglich die Stelle zu halten, aber dann zieht einen die Strömung schon wieder mit.“
Die Regel der DLRG: Niemals gegen die Strömung ankämpfen. Stattdessen abtreiben lassen, Kräfte sparen, auf sich aufmerksam machen. Denn bis die Strömungsretter vor Ort sind, kann es dauern.
Andreas Tepel, Strömungsretter DLRG Rheinhessen
„Alle die das hier machen, machen das ehrenamtlich, sprich wir kommen von zuhause, vom Arbeitsplatz, irgendwo, wo wir gerade sind, und insofern dauert es mal mindestens eine Viertelstunde, bis das Boot überhaupt besetzt ist.“
Eine Vertelstunde – eine lange Zeit, wenn man sie allein im Wasser überstehen muss.
Trotz aller Gefahren: Grundsätzlich spricht nichts gegen das Baden im Rhein.
Andreas Tepel, Strömungsretter DLRG Rheinhessen
„Der Rhein an sich ist jetzt erstmal nicht gefährlich, sondern die Strömung. Im Zweifel ist es, wie in den Bergen auch die Einstellung, mit der jemand ins Wasser geht. Hier baden ja auch viele und wenn ich mich an gewissen Regeln halte, dann ist das sicher auch eine tolle Sache.“
Also: Sich selbst nicht überschätzen, Gefahren kennen und im brusttiefen Wasser bleiben – dann ist auch der Rhein an diesen heißen Tagen eine sichere Abkühlung.









