Härtere Strafen für Vergewaltigungen?
Die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik des Landes Hessen.
Sie zeigt: Seit fünf Jahren steigt die Gewaltkriminalität gegenüber Frauen kontinuierlich an. Besonders hoch sind die Zahlen bei Körperverletzungen und Sexualdelikten.
2021 wurden in Hessen noch rund 740 Vergewaltigungen registriert, 2025 dann rund 1.140.
Für den hessischen Innenminister Roman Poseck hat das mehrere Ursachen: Positiv sei, dass immer mehr Frauen sich trauen, Anzeige zu erstatten. Zum anderen sieht der Innenminister aber auch eine wachsende Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft. Bei Vergewaltigungen seien nicht-deutsche Tatverdächtige überrepräsentiert, das liege oft auch an einem falschen Rollenverständnis.
Roman Poseck (CDU), Innenminister Hessen
„Die meisten Tatverdächtige sind Deutsche – wir haben ungefähr eine Verteilung. Zweidrittel der Tatverdächtigen sind Deutsche, ein Drittel sind Nichtdeutsche. Das entspricht aber nicht der Verteilung in der Bevölkerung. Ich will es auch deutlich sagen: Die allermeisten Menschen, die zu uns kommen, halten sich an Recht und Gesetz und respektieren selbstverständlich auch die Rechte von Frauen. Aber es gibt leider auch eine Minderheit, die sich anders verhält. Und da müssen wir auch mit aller Konsequenz gegen vorgehen.“
Auch in Rheinland-Pfalz ist die Zahl der registrierten Vergewaltigungen im vergangenen Jahr auf einen neuen Höchststand angestiegen. 2021 waren es hier noch rund 500 Vergewaltigungen, 2025 dann 685.
Deutschlandweit gibt es jetzt eine Diskussion darüber, ob es höhere Strafen für Vergewaltiger geben müsse: Bundesjustizministerin Stefanie Hubig sagt: Ja!
Stefanie Hubig (SPD), Bundesjustizministerin
„Sexualisierte Gewalt gegen Frauen ist ein ernstes Problem in Deutschland. (…) Auf Vergewaltigung stehen zu Recht schon heute hohe Strafen. An einigen Stellen halte ich Verschärfungen für richtig.“
Das gelte insbesondere für Vergewaltigungen mit Hilfe von KO-Tropfen. Die schwarz-rote Koalition habe außerdem vereinbart, die Strafen für Gruppen-Vergewaltigungen und für Vergewaltigungen aus deren Folge das Opfer schwanger wird zu erhöhen.
Ein entsprechender Gesetzentwurf solle zeitnah im Kabinett beschlossen werden,
Auch Roman Poseck spricht sich FÜR eine Verschärfung des Strafrahmens aus. Das allein reiche aber nicht.
Roman Poseck (CDU), Innenminister Hessen
„Am Ende ist das Strafrecht auch nur Teil eines Gesamtkonzeptes. Wir brauchen darüber hinaus auch mehr Sicherheit für Frauen insgesamt. Deshalb hat sich Hessen zum Beispiel auch von Anfang an für eine Ausweitung des Einsatzes der elektronischen Fußfessel zum Schutz von Frauen eingesetzt. Wir haben das in unserem Polizeirecht inzwischen auch so geregelt.“
Härtere Strafen auf der einen, mehr Prävention auf der anderen Seite. Denn auch wenn die Zahlen in den öffentlichen Statistiken steigen – viele Taten bleiben weiter im Dunkeln.









