Lufthansa vor weiteren Streiks
Über 900 Flüge hat die Lufthansa heute – an Tag 2 des Pilotenstreiks – abgesagt. Morgen und übermorgen dürfte die Anzeigetafel am Frankfurter Flughafen ähnlich aussehen, dann legen erneut die Flugbegleiter ihre Arbeit nieder. Aus Sicht der Gewerkschaft notwendig, da sich die Lufthansa nicht kompromissbereit zeige.
Harry Jaeger, Verhandlungsführer Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO
„Keinerlei Signale, keine Schritte gar nichts. Es gibt null Bewegung, im Gegenteil, man will die Arbeitsbedingungen bei der Hansa noch torpedieren. Man will sie verschlechtern. Es gibt kein zugehen auf uns, gar keins. Und was bleibt einem dann als Gewerkschaft irgendwann noch als möglicher Schritt, denn laut und unüberhörbar zu werden. Wir haben das Gefühl, wenn wir uns nicht unüberhörbar machen, dann werden wir nicht gehört.“
Laut Lufthansa sei der Gewerkschaft das Schicksal der Fluggäste und die Zukunft des Unternehmens völlig gleichgültig.
UFO fordert für die und 18.000 Flugbegleiter bessere Arbeitsbedingungen. Anders beim Pilotenstreik gestern und heute – da geht es vor allem um eine deutliche Erhöhung der betrieblichen Altersversorgung.
Michael Niggemann, Personalchef Lufthansa
„Anstatt dass die beiden Sparten-Gewerkschaften, VC und UFO mit uns gemeinsam an Perspektiven arbeiten, streikt eine Vereinigung Cockpit jetzt für eine Verdopplung der Altersversorgung trotz heute schon exzellenter Rahmenbedingungen. Exzellent im internen Vergleich und exzellent auch im Vergleich mit unseren europäischen Wettbewerbern. Das ist verantwortungslos.“
Aber wie sieht die Altersversorgung wirklich aus? Wir haben die Zahlen recherchiert: Wenn ein Pilot 35 Jahre im Dienst ist, beläuft sich die betriebliche Rente auf durchschnittlich 5000 Euro. Zusammen mit der gesetzlichen Rente von etwa 3500 Euro macht das unterm Strich monatlich rund 8500 Euro für einen Lufthansa-Piloten im Ruhestand.
Deren betriebliche Altersversorgung garantiert außerdem eine jährliche Wertentwicklung um bis zu sieben Prozent, Normalverbraucher bekommen bei Lebensversicherungen dagegen nur einen Garantiezins von knapp über einem Prozent.
„Absurd“ nennt der Personalchef daher die Forderungen, auch weil der Konzern unter hohem Konkurrenzdruck stehe. So dürfte den Lufthansa-Verantwortlichen noch so gar nicht zum Feiern zumute sein. Denn auch morgen wird es zum 100sten Geburtstag hunderte Flugausfälle geben.









