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Initiative „Wohnen nach dem Frauenhaus“

Apr. 9, 2026

Der Weg ins Frauenhaus ist für viele Frauen schwer – der Weg in die erste Wohnung nach dem Frauenhaus, oft noch schwerer. Denn normale Wohnungen sind für sie schlicht nicht bezahlbar. Um dagegen vorzugehen, haben die hessischen Ministerien für Soziales und Wohnen jetzt in Wiesbaden ein Memorandum unterzeichnet – zur Initiative „Wohnen nach dem Frauenhaus“.
Stefanie Watola vom Frauenhaus Wetzlar weiß aus erster Hand, wie schwer die Situation für Frauen ist, die im Frauenhaus leben müssen. Und wie wichtig es für sie ist, danach wieder ein eigenständiges Leben zu erreichen.

Stefanie Watola, Frauenhaus Wetzlar
„Natürlich ist ein tolles Unterstützungsnetzwerk da und natürlich ist es wichtig, dass es Frauenhäuser gibt, aber in einer eigenen Wohnung, natürlich gibt es nochmal mehr Möglichkeiten auch zur Ruhe zu finden und in Frauenhäusern gibt es ja auch Sicherheitsstandards. Das ist in den einzelnen Wohnungen dann auch nicht mehr. Das heißt dann können die Frauen beispielsweise auch wieder Besucherinnen und Besucher zu sich in die Wohnung einladen. Das heißt da ist noch mal eine andere Form von privatem Wohnen möglich.“

Auf dem normalen Wohnungsmarkt hätten die Frauen aber keine Chance, weil ihnen das Geld fehlt.  Die hessische Sozialministerin Heike Hofmann hat jetzt zusammen mit Wirtschaftsminister Kaweh Masoori, den kommunalen Spitzenverbänden und dem Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft ein Memorandum unterschreiben. Die Initiative „Wohnen nach dem Frauenhaus“ der Vorgängerregierung soll neu gestartet werden. Für 2026 stellt die Regierung 16 Millionen Euro zur Verfügung. Das reiche zur Förderung von 800 Wohnungen.

Kaweh Mansoori (SPD), Wirtschaftsminister Hessen
„Die entsprechenden Wohnungsunternehmen oder auch privaten Eigentümerinnen und Eigentümer, die sich für das Programm interessieren, erhalten insgesamt einen Zuschuss von 3 Euro pro Quadratmeter auf 10 Jahre und müssen dafür die Miete um 2,50 Euro unterhalb der ortsüblichen Vergleichsmiete bemessen.“

Bisher hat nur  die Nassauische Heimstätte  rund 15 Wohnungen für diesen Zweck zugesagt. Geld sei genügend da, es fehle an verfügbaren Wohnungen, so Mansoori. Bereits bei der Vorgängerregierung scheiterte die Initiative an zu wenigen Unternehmern, die Wohnungen bereitstellten. Das solle diesmal besser laufen.

Heike Hofmann (SPD), Sozialministerin Hessen
„Ich bin der festen Überzeugung, dass wir durch den Letter of Intent und den heutigen Neustart noch mehr relevante Player an einen Tisch gebracht haben. Das Thema Gewalt gegen Frauen hat eine noch größere Sensibilität und Bedeutung erlangt, auch in der öffentlichen Wahrnehmung.“

Solange Frauen weiterhin keine Wohnung nach dem Frauenhaus finden, gibt es dort auch keinen Platz für andere Frauen, die Hilfe benötigen. Für die   Frauen, die jetzt eine Wohnung der Nassauischen Heimstätte bekommen können, sei das natürlich eine große Hilfe. Entscheidend sei aber, dass auch die anderen Frauen in Frauenhäusern bald eine Wohnung bekommen können.