Alles kahl gefressen – Nutria-Plage bei Landwirt in der Westpfalz
Dieses niedliche Nagetier sieht harmlos aus, ist aber ein echter Futterdieb. Denn Nutrias fressen genau das, was Landwirt Tobias Zimmer im pfälzischen Matzenbach eigentlich für seine Milchkühe anbaut. Was für den Laien wie Wiese aussieht, heißt in der Landwirtschaft „Grünland“ und dient seinen Tieren als nährstoffreiches Hochleistungsfutter. Das Problem: Auch die Nutrias lieben es. Und weil es ihnen so gut schmeckt, erwirtschaftet Tobias Zimmer aktuell einen Hektar Grünland weniger pro Jahr.
Tobias Zimmer, Landwirt in Matzenbach
„Dadurch, dass es ein Vegetarier ist und sich halt auch von meinen Gras ernährt, ist halt für die Mädels, die hier stehen… könnte irgendwann das Futter knapp werden. (…). Wenn die sich halt aber in dem Tempo weitervermehren, wie sie sich jetzt in den letzten zehn Jahren etabliert haben, dann ist es irgendwann nicht ein Hektar, dann sind’s halt irgendwann 20 Hektar und dann sind das schon große finanzielle Schäden, die dann auf uns zukommen.“
Nutrias haben in Deutschland kaum natürliche Fressfeinde. Weil sie sich zusätzlich rasant vermehren, könnten sie in Deutschland bald zur Plage werden.
Tobias Zimmer, Landwirt in Matzenbach
„Wenn nichts unternommen wird und die sich weiter so vermehren, dann sehen wir irgendwann nicht mehr 20 bis 30 bei schönem Wetter auf der Wiese liegen, sondern 200 bis 300 und wo die sich dann tummeln, da wächst halt gar nichts mehr. Wenn dann halt irgendwann die Dimension sich so weiterentwickelt, oder die Population, dann werden die Schäden halt auch größer.“
Ab dem 1. April 2027 unterliegen Nutrias dem Landesjagdgesetz und dürfen dann genauso bejagt werden, wie anderes Wild auch. Dass ihr Bestand dadurch wirksam gesenkt wird, bezweifelt aber sowohl der Landesjagdverband als auch der NABU.
Tobias Zimmer, Landwirt in Matzenbach
„Die merken ja, wenn da ein Kollege geschossen wird, dann bleiben die ja nicht sitzen und warten, bis der Jäger die anvisiert. Also das heißt, wenn eins geschossen wird, dann schießt man erst mal wieder 14 Tage keins an der Stelle. Und in den 14 Tagen sind ja schon wieder Junge geboren von irgendjemand. Dementsprechend: Es ist zwar nicht nichts, wenn ein paar geschossen werden, aber meiner Meinung nach nicht effektiv genug.“
Effektiver wäre der flächendeckende Einsatz von Lebend- und Unterwasserfallen. Tobias Zimmer bezweifelt aber, dass es dazu kommt. Er rechnet damit, dass die Nutrias in den kommenden Jahren für immer größere Ernteausfällen sorgen werden.









