Seit seiner Eröffnung vor drei Jahren ist das Nationale Automuseum im mittelhessischen Dietzhölztal zu einer der gefragtesten Adressen für Autofans aus aller Welt geworden. Und auch in diesem Jahr gibt es wieder eine Sonderausstellung – es geht um den Rallye-Sport.
Egal ob Asphalt, Schotter oder Schnee. Diese Fahrzeuge kommen mit allen Bedingungen zurecht. 34 ikonische Autos aus dem Rallye-Sport gibt es in diesem Jahr im Nationalen Automuseum zu bestaunen. Darunter echte Legenden mit besonderen Geschichten. Wie zum Beispiel dieser Audi Sport Quattro S1.
Tobias Reichle, Geschäftsführer Nationales Automuseum
„Einer von 20 gebauten Sport Quattros. Und das ist der letzte der bei der Rallye WM eingesetzt wurde. Mit dem PDK-Getriebe. Doppelkupplungsgetriebe, was von Porsche entwickelt wurde, wurde in diesem Auto eingesetzt. War völlig überlegen im Gegensatz zu den normalen Kupplungsgetrieben Mit diesem Auto ist Walter Röhrl und Christian Geistdörfer die Semperit-Rallye gefahren. Die sie auch gewonnen haben.“
Von vielen als Monster bezeichnet, markiert der Sport Quattro aber auch das Ende von Audi im Rallye-Sport. Wegen einigen tödlichen Unfällen Mitte der 80er Jahre zieht sich der Konzern aus dem Rennsport zurück. Doch die Rallye-Fangemeinde bleibt riesig. Tausende Menschen besuchen traditionsreiche Veranstaltungen wie die Rallye Monte Carlo. Damals noch ohne Streckenabsperrungen. Wenn Autos wie der Lancia Delta vorbeirasten, wollte jeder hautnah dabei sein. Manchmal zu nah.
Tobias Reichle, Geschäftsführer Nationales Automuseum
„Das Auto: ein PS-Monster der Gruppe B. Über 500 PS in diesem kleinen leichten Auto. Ein Wahnsinn. Die Leute standen so nah an der Straße, dass zum Teil am Ende in den Heckspoilern die Finger gefunden wurden.“
Doch nicht nur historische Fahrzeuge sind in der Sonderausstellung zu finden. Dieser Mini Buggy von 2017 ist gar nicht so mini. Den Sieg bei der Rallye Dakar sicherte sich der Rennstall mit einer technischen Neuerung.
Tobias Reichle, Geschäftsführer Nationales Automuseum
„Vorteil der Heckantrieb Fahrzeuge wie dieses war das sie größere Reifen fahren konnten und ein variables Druckluftsystem für den Reifendruck hatten. Das heißt sie konnten während der Fahrt den Reifendruck ändern je nach Terrain. Das heißt wenn sie steiniges Gelände hatten, dann haben sie mehr Reifendruck gefahren, wenn es sandig und tiefer Sand war, dann haben sie weniger Reifendruck gefahren.“
Technische Raffinessen wie diese machen den Rallye-Sport für viele so interessant. Auch Museumsgründer und Unternehmer Friedhelm Loh brennt für die Autos und ist früher auch selbst Rallye gefahren.
Prof. Friedhelm Loh, Museumsgründer
„Ich habe Finnland, Russland im Januar bei -40 Grad gemacht. Mit Räumpanzern der Russen ging das damals noch. Ich habe Südamerika gemacht von Venezuela ganz runter nach Brasilien. Das war immer von Zeit zu Zeit, wenn ich mir die Zeit leisten konnte, das Schönste, was ich mir gegönnt habe.“
Motorsport-Begeisterte die sich einen Besuch im Museum gönnen wollen, haben noch bis Ende des Jahres Zeit sich die Sonderausstellung „Rallye Legenden“ anzusehen.
