Ein bunter Beruf, der leider – wie so viele andere Jobs – auch Nachwuchsprobleme hat: Floristen. Dabei kann der Job richtig modern sein – sagt Tom Hoffmann, ein 15-jähriger Nachwuchs Florist aus Darmstadt. Seine Botschaft bringt er rüber mit viel Leidenschaft – und mit Social Media.
Es ist 5:30 Uhr am Morgen. Auf dem Blumengroßmarkt in Frankfurt ist schon einiges los. Mittendrin – Tom Hoffmann, der konzentriert seine Liste abarbeitet. Welche Blumen werden heute gebraucht? Was ist besonders frisch, was passt zur Saison?
Tom Hoffmann, Nachwuchs-Florist
“So das ist der Goldmohn, der ist im Frühjahr einer meiner Lieblingsblüten, Schleierkraut, das ist zum Beispiel sehr beliebt für Hochzeiten, aber auch für traurige Anlässe.”
Doch Tom steht nicht nur früh auf – er geht auch mit der Zeit. Auf Instagram zeigt der 15-Jährige seine Arbeiten, gibt Einblicke in den Alltag im Blumenladen – und erreicht damit vor allem Gleichaltrige. Handwerksberufe wie die Floristik kämpfen seit Jahren mit Nachwuchsproblemen. Tom will das ändern und macht sichtbar, was viele gar nicht auf dem Schirm haben: wie kreativ und vielseitig dieser Beruf ist.
Tom Hoffmann
„Dass man wirklich versucht die Jugend anzusprechen und zu sagen: „Hey das ist ein cooler Job, probiert’s einfach mal aus“ Man kann ja auch einfach mal ein Praktikum machen, weil der Beruf ist jetzt nicht so verbreitet hab ich oft das Gefühl. Und ja, vielleicht sollte man das einfach präsenter machen.“
Seit seiner Kindheit verbringt er jede freie Minute im Geschäft seiner Familie. Was mit Zuschauen beginnt, wird schnell zur Leidenschaft – und schließlich zur Mitarbeit im Betrieb. Für ihn ist klar: Floristik ist nicht nur ein Handwerk, sondern ein Kunsthandwerk. Mit Farben, Formen und Strukturen entstehen individuelle Werkstücke – jedes ein Unikat. Wie dieser besondere Strauß aus Frühlingsblumen.
Tom Hoffmann, 15 Jahre, Nachwuchs-Florist
„Die Kunst ist glaube ich, dass man jetzt nicht vermutet sag ich mal aus ein paar Stielchen wirklich was richtig Cooles draus machen kann. Sträuße, Sargauflagen, Hochzeiten, Eventfloristik. Wirklich super viel und man erlebt auch viel. Dieses Endprodukt zu sehen ist immer das Schönste eigentlich.“
Blumen begleiten Menschen in den wichtigsten Momenten des Lebens – bei Hochzeiten, Geburtstagen oder auch beim Abschiednehmen. Dabei geht es nicht nur um das richtige Arrangement, sondern auch um Feingefühl im Umgang mit den Kunden. Und auch das will gelernt sein.
Der Familienbetrieb der Hoffmanns in Darmstadt hat Tradition – gegründet im Jahr 1821, heute geführt in der siebten Generation. Für Janik Hoffmann ist es daher etwas Besonderes zu sehen, wie sein Sohn das Handwerk immer mehr für sich entdeckt.
Janik Hoffmann, Vater und Ladeninhaber
„Am Anfang war das bei ihm so, dass er gerne Maschinen fährt und das hat sich aber da so entwickelt, dass diese Affinität zur Pflanze einfach da ist und das ist ja eher untypisch. Es ist ja eher heute bei den Jugendlichen so, dass sie zur digitalen Welt irgendwie die Affinität haben oder ihre Neigung haben und er kombiniert‘s halt gerade ganz cool.“
Ob Tom später einmal den Familienbetrieb übernimmt oder seinen eigenen Weg geht, ist noch offen. Bis dahin wird weiter gebunden, gesteckt und gestaltet, vor allem aber gepostet, um vor allem junge Leute für ein traditionsreiches Handwerk zu begeistern.
