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Der Küsten-Ort Étretat in der Normandie war bereits um 1900 ein beliebtes Urlaubsziel – und ist es noch heute. Einen regelrechten Étretat-Boom hat der weltberühmte impressionistische Maler Claude Monet ausgelöst. Warum das so ist, das zeigt eine Ausstellung im Frankfurter Städel Museum.
Beeindruckende Klippen. Imposant, schön, aber auch bedrohlich. Für Claude Monet hat die einzigartige Steilküste bei Étretat etwas Magisches. Er malt sie immer wieder, immer etwas anders. Insgesamt über 80 Mal. Besonders häufig in den 1880er Jahren. Die Küstenlandschaft in der Normandie wird zu einer Art Pilgerort für die Vertreter einer neuen Malerei, dem Impressionismus.

Philipp Demandt, Direktor Städel Museum Frankfurt
„Die Felsen von Étretat sind natürlich berühmt, das sind unglaubliche Formationen, die sehr eindrucksvoll sind. Und Monet war natürlich begeistert von den Farben, den Formen, dem Licht, dem Wetter. Bei jeder Tageszeit, bei jeder Jahreszeit, verändert sich Étretat, und das hat die Impressionisten natürlich begeistert.“

Claude Monet malt draußen, meist an mehreren Bildern gleichzeitig, um die verschiedenen Licht- und Wetterstimmungen einzufangen. 25 Gemälde des großen Impressionisten sind im Städel Museum zu sehen, Leihgaben aus der ganzen Welt. Auch Henri Matisse ist Fan der Atlantikküste, auch er besucht und malt die Felsen von Étretat. Genauso wie Gustave Courbet. Seinen berühmten Wellenbildern ist ein ganzer Ausstellungsraum gewidmet. Es sind die ganz großen Namen des Impressionismus, die zusammen in Frankfurt zu sehen sind.

Alexander Eiling, Kurator der Ausstellung
„Wir haben jetzt knapp drei Jahre an dieser Ausstellung gearbeitet, es war vor allem schwierig, die ganzen Monets zu bekommen. Es sind alles Werke, die zu den Preziosen der Sammlungen gehören, aus denen wir sie ausgeliehen haben. Aber die Kollegen und Kolleginnen weltweit, waren vom Konzept der Ausstellung überzeugt, und so haben wir die Chance, das hier in der Art und Weise so zu präsentieren.“

Claude Monets Bilder verkaufen sich Ende des 19. Jahrhunderts prima. Er macht einen verschlafenen französischen Küstenort weltberühmt. Viele Künstler zieht es seitdem nach Étretat. Und auch der Tourismus boomt. Zahlungskräftige Reisende, die fasziniert sind, von der Klippenlandschaft und sich Kunst als Andenken mit nach Hause nehmen. Die Küste der Normandie, fasziniert auch heute noch.

Philipp Demandt, Direktor Städel Museum Frankfurt
„Das geht bis in die jüngsten Netflix-Serien, in denen Étretat vorkommt. All das hat dazu geführt, dass heute Millionen von Menschen jedes Jahr nach Étretat fahren.“

Heute sind weite Teile der Küste wegen akuter Einsturzgefahr durch Erosion für Touristen gesperrt. Im Frankfurter Städel Museum kann die Normandie noch besucht werden. So, wie Claude Monet sie gesehen hat, und das bis zum 5. Juli.