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Die Lufthansa hat Milliarden-Investition am Flughafen München angekündigt – nicht in Frankfurt. Eva Dieterle spricht darüber mit der Luftfahrtexpertin der Frankfurt University of Applied Sciences.
Eva Dieterle, Moderatorin:
Guten Abend.
Prof. Yvonne Ziehler, Luftfahrtexpertin der Frankfurt University of Applied Sciences:
Guten Abend.
Dieterle:
Frau Ziegler, hat der Flughafenbetreiber Fraport einen Fehler gemacht, das Joint Venture mit der Lufthansa abzulehnen?
Ziegler:
Das kann man eigentlich nicht so sagen, denn es geht ja hier um jede Menge Geld, und zwar insbesondere um das Management der Terminals und auch um die erlöse, die dort generiert werden im Bereich Einzelhandel und auch Restauration. Und das sind im Jahr 2025 zum Beispiel 190 Millionen € gewesen. Wenn man davon 40 % abgeben wollte wie am Flughafen München, wäre das schon ein erklecklicher Betrag. Auch wenn man natürlich berücksichtigt, dass die Lufthansa nicht für alle Passagiere hier am Frankfurter Flughafen zuständig ist.
Dieterle:
Was bedeutet das für den Flughafen Frankfurt mittel- und langfristig?
Ziegler:
Es wird sich zeigen. Also die Lufthansa hat gleichzeitig ja auch gesagt, dass sie das Streckennetz hier in Frankfurt weiter ausbauen möchte. Das ist schon mal ein sehr positives Zeichen. Außerdem baut sie im Moment auch den Fachbereich ein neues Lufthansa Cargo Center hier in Frankfurt. Und dadurch, dass zum Beispiel auch eine Condor aus dem Terminal 201 ins Tamil drei zieht, entsteht da auch eigentlich Platz für neue Passagiere. Also von daher. Ich würde das jetzt erst mal nicht so negativ für den Flughafen Frankfurt sehen. Also die anderen Indikatoren zeigen schon, dass hier nach wie vor auch auf den Standort Frankfurt gesetzt wird.
Dieterle:
Jetzt wird bald das Terminal 3 eröffnet, dafür aber das Terminal 2 dann erstmal geschlossen bevor dann aufwendige Sanierungsarbeiten beginnen. Heißt doch auf absehbare Zeit kein Passagierwachstum am Frankfurter Flughafen?
Ziegler:
Ja, das war sicherlich nicht so geplant. Eigentlich sollte wollte sollte das Terminal drei natürlich ein zusätzliches Terminal sein. Jetzt Dadurch, dass man aber Renovierungsbedarf am Terminal zwei hat, ist man natürlich froh, dass man das Terminal drei hat, wo man sozusagen alle Airlines umziehen lassen kann. Aber ja, dadurch wird sozusagen die richtige Wachstumskapazität erst wieder möglich, wenn das Terminal zwei auch wieder in Betrieb genommen wird.
Dieterle:
Und das ist nach derzeitiger Planung frühestens 2035 der Fall. Frau Prof. Ziegler, vielen Dank für Ihre Einschätzungen.
Ziegler:
Sehr gerne.