Der Lufthansa-Konzern hat mitgeteilt, dass er wegen des Iran-Krieges viele Flugverbindungen in den Nahen Osten bis Ende Oktober streicht. Und das ist nicht die einzige schlechte Nachricht rund um Deutschlands größten Flughafen. Lange war offen, an welchem ihrer beiden Drehkreuze Lufthansa expandieren will. Frankfurt oder München? Jetzt steht fest: München hat diesen Wettkampf gewonnen. Was bedeutet das für den Airport in Frankfurt?
„Ladies and Gentleman. Hier spricht der Ministerpräsident.“
Ein gut gelaunter Markus Söder gestern am Münchner Flughafen.
Die Lufthansa feiert ihren 100. Geburtstag.
Pünktlich zum Jubiläum gibt’s gute Nachrichten für den Verkehrsstandort München. Die Lufthansa plant ihre Kapazitäten hier auszubauen. Das Terminal 2 soll erweitert werden. So sollen pro Jahr bis zu 10 Millionen Passagiere zusätzlich abgefertigt werden können. Und mehr noch:
Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender Deutsche Lufthansa AG
„Wir haben heute darüber gesprochen, dass inzwischen 140 Flugzeuge in hier in München stehen, die München mit 140 Destinationen verbinden. Und deswegen ein Tag, der sowohl Raum für Vergangenheit lässt, aber auch Gedanken in die Zukunft entstehen lässt.“
Gedanken und auch Investitionen in die Zukunft. Wie hoch die ausfallen, dazu sagt Spohr gestern nichts.
In ihrer Pressemitteilung schreibt die Lufthansa, die Investition in München sei weit mehr als ein Infrastrukturprojekt, sie sei „ein klares Bekenntnis zu Bayern als Tor zur Welt“.
„Deutschlands Tor zur Welt“ – das will bisher eigentlich der Flughafen in Frankfurt sein.
Anders als in Frankfurt ist die Lufthansa in München Mitbetreiberin des zweiten Terminals. Eine Kooperation von Airline und Flughafenbetreiber, ein sogenanntes „Joint Venture“.
Die Lufthansa hatte auch mit dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport Gespräche über ein mögliches Joint Venture geführt – und eine Absage erhalten. Darauf angesprochen antwortet Fraport-Chef Stefan Schulte am Rande der Bilanz-Pressekonferenz in der vergangenen Woche kurz und knapp:
Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender Fraport AG, am 17.3.2026
„Wir können immer in einen Joint Venture hineingehen, aber das muss für beide Seiten einen Vorteil haben.“
Einen Vorteil scheint Fraport in dem Angebot also nicht gesehen zu haben.
Fazit: Der größte deutsche Airport in Frankfurt will seine Terminals weiter in Alleinregie betreiben.
Ende April geht das neue, dritte Terminal an den Start. Terminal 2 wird dann erstmal geschlossen. Die Sanierung soll – Stand jetzt – 2029 starten.
Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender Fraport AG, am 17.3.2026
„In zehn Jahren werden wir hier ja auch zusätzliche Kapazitäten für die Star Alliance mit dem Terminal 2, mit einem Superprodukt, an den Markt bringen. Und da sind wir auch noch flexibel. Ob das ein bisschen früher, ein bisschen später passiert.
Ein bisschen flexibel zeigt man sich dann also doch. Denn der Fraport-Chef weiß: Die Zukunft des Frankfurter Flughafens hängt auch maßgeblich von seinem größten Kunden ab. Und das ist die Lufthansa.
