Die Original-Kostüme aus dem Kultfilm „Der Himmel über Berlin“ sind nur ein Highlight der großen Wim-Wenders-Ausstellung im Frankfurter Filmmuseum. Wenders ist einer der international bedeutendsten deutschen Regisseure. Vergangenen Monat war er Jury-Präsident der Berlinale, derzeit arbeitet er an einem neuen Dokumentarfilm. Nun ist er nach Frankfurt gereist – zur eigenen Ausstellung.
Wim Wenders, Filmregisseur
„Ich wollte ja Maler werden, ich wusste ja nicht, dass das Kino sowas Tolles ist. Wenn man in Deutschland in den 50er, 60er Jahren aufgewachsen ist, war das Kino eigentlich eher so ein Unterhaltungsmedium. Ich kannte viele Western, bin auch gerne ins Kino gegangen, wusste aber nicht, dass das ein Berufsbild war. Regisseur. War mir nicht geläufig. Es gab auch keine Filmschule in Deutschland. Ich wollte Maler werden. Weil Malerei, das war Kunst, die ich verstand, die ich liebte. Ich habe dann erst Philosophie, Medizin studiert, das habe ich aber nach zwei Semestern aufgegeben. Und bin dann nach Paris, um Malerei zu studieren. Bin dann abgelenkt worden, von all den Filmen, die es zu sehen gab. Und vor allem von der Kinemathek. Wo ein Film nur einen Franc kostete. 20 Pfennig. Da habe ich dann am Tag vier, fünf Filme gesehen. Da war es um mich geschehen, da wusste ich, es gab noch was viel Tolleres als die Malerei. Eine Kunst, in der alle anderen drin waren, und das war das Kino.“
Weit mehr als 50 Jahre Kino, über 60 Filme. Wim Wenders hat weltberühmte Klassiker wie Paris Texas, Der Himmel über Berlin oder Buena Vista Social Club geschaffen. Im Filmmuseum gibt es viele Originalrequisiten und Szenenfotos zu sehen. Dazu die zahlreichen Auszeichnungen, die der Regisseur im Laufe seiner langen internationalen Karriere gesammelt hat. Ob Spielfilm, oder Dokumentation: Musik spielt bei Wim Wenders immer eine große Rolle.
Wim Wenders, Filmregisseur
„Die Musik ist von Anfang an auch schon drin, manchmal wird sie in der Szene gespielt, entweder in der Jukebox, oder auf einem Plattenspieler, oder die Musiker sind vor der Kamera. Also Musik, ist immer von Anfang an schon da. Auch eine Kraftquelle für mich, auch eine Art Lust auf den Film, kommt aus der Lust auf die Musik, die ich mir für den Film ausdenke.“
1994 dreht Wim Wenders auf dem Dach des Frankfurter Filmmuseums Szenen für seinen Film „Lisbon Story“. Viele Jahre und viele Filme später, ist er wieder am Drehort und auch mit 80 Jahren nicht ans Aufhören.
Wim Wenders, Filmregisseur
„Also, wenn ich müde würde, Filme zu machen, würde ich, glaube ich, auch müde, zu leben. Für mich ist das so eins geworden. Ich habe ja eigentlich durch all die Filme auch selbst gelernt, anders zu leben. Wenn ich Maler geworden wäre, wäre ich ein sehr stiller, zurückgezogener Mensch geworden. Und ich bin ja duchaus eine öffentliche Person und habe das auch lernen müssen, und bin, glaube ich, ein weltoffener Mensch geworden, dadurch, dass ich Filme gemacht habe, die für die Welt offen waren.“
„W.I.M. im Laufe der Zeit“, heißt die sehenswerte Ausstellung über Wim Wenders und seine Filme. Bis zum 18. Oktober bleibt sie in Frankfurt.
