Seit zehn Tagen herrscht Krieg im Iran – und auch wenn sich der Konflikt im Nahen und Mittleren Osten sehr weit weg von uns anfühlt, haben die Folgen auch Hessen und Rheinland-Pfalz längst erreicht.
Die Preise an den Tankstellen steigen bereits seit Tagen. Der Krieg belastet die Weltwirtschaft und schafft Unsicherheit, auch wenn der Ölpreis sich heute am Weltmarkt stabilisiert, nachdem US-Präsident Donald Trump ein baldiges Ende des Krieges in Aussicht gestellt hat. Preise von deutlich über zwei Euro für einen Liter Sprit belasten die Autofahrer. Auch die Tankstellenbetreiber sind frustriert. Schließlich bestimmen die Ölkonzerne die Preise und im viele Rheinland-Pfälzer würden jetzt zum Tanken über die Grenze fahren.
Herbert Rabl, Tankstellen-Interessenverband TIV
„Wenn die Situation da unten weiter eskaliert, egal wer da jetzt gerade das Ende des Krieges erklärt, dann kann es schon noch bis auf 2,50 hochgehen. Wir haben ja einen Ölpreis, der nach oben geklettert ist, egal wie man es dreht und wendet. Und der kommt, glaube ich, von 60 Dollar pro Barrel und ist jetzt bei knapp unter 100, war schon mal über 100 und irgendwann schlägt sich das ja in der Lieferkette durch.“
Die Kurve des deutschen Aktienindex DAX an der Frankfurter Börse zeigt in den letzten Tagen steil nach unten. Nach den Aussagen Trumps geht es heute zwar wieder bergauf, dennoch, die Angst bleibt bei den Anlegern.
Robert Halver, Börsenexperte
„Der DAX ist ja nach wie vor ein konjunkturaktiver Index mit vielen Konjunkturwerten und wenn die Weltwirtschaft lahmt, wenn Öl zu teuer wird, wenn damit eben auch die Wachstumskräfte klein gehalten werden, ist das immer klar: Deutsche Aktien fallen.“
Von Panikverkäufen allerdings rät der Experte ab.
Hauptgrund für den Anstieg bei den Energiepreisen ist die Sperrung einer wichtigen Meerenge in Folge des Krieges. Durch die „Straße von Hormus“ führt normalerweise ein Fünftel des Internationalen Öltransports. Hinzu kommt, dass der Luftraum über den betroffenen Regionen weiterhin geschlossen bleibt.
Eine Entwicklung, die auch die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz trifft.
Karina Szwede, Geschäftsführerin IHK Rheinhessen
„Das, was wir von Unternehmen im Moment als erstes Sorgenthema hören, ist tatsächlich die Verzögerung in den Lieferketten und damit auch gestiegene Frachtkosten, so wie natürlich auch die Preisentwicklung beim Öl und beim Gas.“
Wie nachhaltig die wirtschaftlichen Schäden sein werden, hängt eng mit der Dauer des Konfliktes zusammen. Sowohl die Verbraucher, als auch die Wirtschaft, sie hoffen auf einen baldigen Frieden.
