Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

Schäden an PKW, die durch Schlaglöcher entstehen, sind schwer nachzuweisen und werden auch nur durch eine Vollkaskoversicherung abgedeckt. Ärgerlich für Autofahrer. Für Fahrrad- und Motorradfahrer bedeuten Schlaglöcher allerdings auch ein erhöhtes Unfallrisiko. Deshalb gibt es eine Verkehrssicherheitspflicht – denn Straßen müssen sicher befahrbar sein. Doch die Straßenmeistereien in Hessen und Rheinland-Pfalz kommen mit dem Flicken kaum hinterher.
So viel Schnee und Eis wie in diesem Winter, gab es in Rheinland-Pfalz und Hessen schon lange nicht mehr. Viel Arbeit für die Winterdienste und viel Streusalz auf den Straßen. Ein Januar, so frostig, wie zuletzt vor sieben Jahren. Doch es sind nicht nur das Salz, der Schnee und das Eis, die für Schlaglöcher sorgen. Es ist der Wechsel von kalt zu mild, von feucht zu trocken. Jürgen Schäfer leitet die Straßenmeisterei Bitburg. Mit einem Team ist er in Speicher auf der L36 beim Schlaglochflicken.

Jürgen Schäfer, Leiter Straßenmeisterei Bitburg
„Die Straße leidet am meisten durch Frost-Tau-Wechsel. Dabei tritt Wasser durch Risse in die Fahrbahnoberfläche ein, gefriert dort, dabei dehnt es sich aus und hebt die Fahrbahn an. Wenn es dann wieder auftaut und sich zusammenzieht, dann entsteht ein Hohlraum. Wenn dann ein schwerer LKW drüberfährt, dann bricht die Straße ein.“

Im Prinzip reagiert der Asphalt, wie eine Wasserflasche im Gefrierfach. Er explodiert. Die Schäden müssen dann nach Dringlichkeit beseitigt werden. Das bedeutet, die Mitarbeiter der Straßenmeisterei füllen die Schlaglöcher mit Kaltasphalt. So wie hier in der Eifel.

Ralf Klesius, Mitarbeiter Straßenmeisterei Bitburg
„Das ist ein Provisorium. Da wird das Loch gesäubert und mit Haftkleber ausgesprüht. Dann kommt das Kaltmischgut rein, das wird dann verdichtet, und dann sollte das eine Zeit lang halten. Je nach Verkehrslage und Witterung. Ein halbes Jahr bis zwei Jahre hält das. Und dann muss man wahrscheinlich die Straße neu machen.“

Von Oktober 2025 bis Februar dieses Jahres haben die Straßenmeistereien rund 25  000  Schlaglöcher mehr beseitigt, als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. So der Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz. Laut ADAC sind kommunale Straßen, wie in Speicher, besonders betroffen, weil sie schon vorher nicht im besten Zustand waren. Bundesweit könnten die Schäden in die Milliarden gehen.

Oliver Reidegeld, ADAC Hessen-Thüringen
„Eine beschädigte Straße, die ist wirklich anfällig für noch mehr Schlaglöcher. Dass einfach dann entweder durch den Schwerlastverkehr diese Straße noch mehr geschädigt wird, oder eben durch weitere Frost- und Tauperioden. Deswegen müssen die Kommunen jetzt hier wirklich gucken, dass sie diese Straßen nicht nur reparieren. Sondern gegebenenfalls von Grund auf sanieren. Damit wir dieses Problem in den kommenden Jahren nicht mehr haben. Beziehungsweise damit es sich nicht mehr verschärft.“

Die L36 in Speicher wird in den kommenden Monaten komplett saniert. Das ist aufwändig und teuer. Bei der Finanznot der Kommunen werden die meisten Straßen deshalb wohl erst mal nur provisorisch geflickt.