Erst am vergangenen Wochenende hat in Kaiserslautern ein tödlicher Messerangriff für Schrecken und Fassungslosigkeit gesorgt: Ein 18 Jahre alter Syrer stach einem jungen Mann von hinten in den Rücken, so dass dieser später im Krankenhaus verstarb. Der Begleiter des Opfers erlitt schwere Stichverletzungen im Brustbereich und schwebt weiter in akuter Lebensgefahr. Nun gab es heute Nacht die nächste Messerattacke – wieder in Rheinland-Pfalz, diesmal in Bitburg. Dabei wollte der bewaffnete Angreifer sogar auf Polizisten losgehen. Die Beamten eines Spezialeinsatzkommandos mussten ihre Kollegen retten.
Die Spuren der Randale: Ein 25-jähriger Mann betritt gestern Abend mit einem Messer bewaffnet die Bitburger Polizeidienststelle und sorgt dort für Verwüstungen. Den Polizisten gelingt es, ihn im Schleusenbereich festzusetzen, um ein Eindringen in die Diensträume zu verhindern. Spezialeinsatzkräfte nehmen den Angreifer fest, er wird dabei leicht verletzt.
Trauer in Kaiserslautern: Der tödliche Messerangriff vom vergangenen Wochenende beschäftigt die Menschen noch immer. Drei junge Syrer waren in Streit geraten, der Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft.
Innenminister und Polizeipräsident besuchen heute die Innenstadt.
Hans Kästner, Leiter Polizeipräsidium Westpfalz
„Wir haben hier weder in der Mall noch in der Innenstadt, keine Kriminalitätsbrennpunkte. Wir werden die Stadt diesem Klientel nicht letztendlich überlassen.“
Michael Ebling (SPD), Innenminister RLP
„Die Innenstädte in Rheinland-Pfalz sind sichere Orte, das Ereignis vom vergangenen Wochenende ist natürlich geeignet, das infrage zu stellen, deshalb ist es wichtig zu betonen: Die Polizei hat hier schon erfolgreiches geleistet und sie lässt hier auch nicht nach, sie hätte auch nicht nachgelassen. Sondern Sie wird mit einem hohen Kontrolldruck jetzt auch noch mal zusätzlich verstärkt.“
Zusätzlich kündigt Ebling eine Waffenverbotszone für Kaiserslautern an. Diese ermöglicht der Polizei anlasslose Kontrollen.
Manfred Schulz (CDU) Bürgermeister Kaiserslautern
„Die hätten wir uns auch schon früher gewünscht, ob es diese Tat natürlich verhindert hätte, das ist natürlich eine offene Frage. Generell ist es so, dass ich mir mehr Befugnisse für die kreisfreien Städte in Rheinland-Pfalz wünschen würde. Alkohol- und Glasverbotszone aber auch eine Bettelverbotszone.“
Strengere Regeln befürworten auch viele Bürger.
Helmut
„Ich fühle mich nicht sicher, weil jeder zweite hat ein Messer im Sack. Wenn man ein bisschen dumm macht, dann wird man abgestochen.“
Volker Rißmann
„Ich denke immer an die Frauen, für die ist es schlecht. Also zu späterer Stunde irgendwo rumzulaufen.“
Sarah
„Meine Freundin wurde auch vor zwei Wochen angestochen, die Person läuft immer noch frei rum. Also ich fühle mich hier keinen Meter sicher.“
Soweit das Gefühl. Die Zahlen zu Messerangriffen, die seit 2020 statistisch erfasst werden, liegen jedoch weiterhin unter dem Vor-Corona-Niveau.
Insgesamt bilden Messerangriffe weit unter 1 Prozent aller Straftaten. Experten fordern deshalb mehr die Ursachen für solche Angriffe zu betrachten. Der Angreifer aus Bitburg wurde auf richterliche Anordnung heute in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.
