Wir blicken auf das immer frühlingshaftere Wetter. Besser gesagt: die Künstliche Intelligenz macht das und verhilft dem Deutschen Wetterdienst in Offenbach zu immer schnelleren und präziseren Vorhersagen. Wie gut es funktioniert, hat sich im kalten Winter gezeigt.
Es ist erst wenige Wochen her, da hatte uns der Winter fest in der Hand. Hier hat sich bereits gezeigt, welches Potenzial in KI-gestützten Wettervorhersagen liegt, damit am Ende niemand kalt erwischt wird:
Dr. Jan Keller, Leiter Entwicklung AICON Deutscher Wetterdienst Offenbach
„Ein Beispiel, in dem es dann heftig geschneit hat, war, dass die Temperatur in der Vorhersage unseres klassischen Modells über null Grad lag. AICON hat Temperaturen unter dem Gefrierpunkt dargestellt. Was wir dadurch gesehen haben, ist, dass AICON da die Niederschläge als Schnee deutlich besser vorhergesagt hat. Und so Straßenmeistereien helfen konnte, sich besser vorzubereiten oder auch Leuten es ermöglicht hat, sich fürs Homeoffice rechtzeitig zu entscheiden.“
Einmal kurz gebuzzert – und AICON ist nach erfolgreicher sechsmonatiger Testphase offiziell in Betrieb. Dafür ist extra Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder angereist. Er spricht heute von einem Meilenstein.
Patrick Schnieder (CDU), Bundesverkehrsminister
„AICON wird Prognosen im 3-Stunden-Takt bieten. Das ist doppelt so viel, wie man das bisher gewohnt ist. Und das wird die Qualität natürlich noch mal enorm steigern. Das schafft aber auch Zeit für entsprechende Schutzmaßnahmen.“
Zeit, die gerade bei Extremereignissen über Leben und Tod entscheiden kann. Damit sich Einsatzkräfte besser vorbereiten können, soll die KI im laufenden Betrieb mit aktuellen Wetterdaten weiter trainiert werden.
Dr. Jan Keller, Leiter Entwicklung AICON Deutscher Wetterdienst Offenbach
„Wir werden weitergehen in der Entwicklung. Bisher ist es ein globales Modell. Es wird auch Modelle dann geben, die speziell für Deutschland trainiert werden. Die dann uns hoffentlich auch helfen, bei Gewittersituationen zum Beispiel, bessere Vorhersagen zu liefern, bessere Warnungen liefern.“
Weitere Unterstützung liefern künftig ein neuer Hochleistungsrechner sowie acht neue Mitarbeiter. Denn die finale Bewertung der Daten erfolgt am Ende immer noch durch die Experten des Deutschen Wetterdiensts.
