Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Streit um Schultablets: Kommunen fordern mehr Geld für digitalen Unterricht

Feb. 20, 2026

Digitaler Schulunterricht mit Computern sollte eigentlich selbstverständlich sein. Eigentlich. In Rheinland-Pfalz könnten die Tablets aus einigen Schulen verschwinden. Der Grund: Das Land und die Kommunen streiten um die Kosten für die Wartung der Geräte. Die Kommunen sagen: Das Land muss endlich das bezahlen, was es wirklich kostet.
Digitale Bücher, Apps mit Lerninhalten, Internetrecherchen für den Unterricht. Seit einigen Jahren ist das Standard in rheinland-pfälzischen Schulen. Dafür notwendig: Ein IT-Support, damit Netzwerke laufen und Störungen behoben werden können. Die Kosten dafür teilen sich Land und Kommunen. Aus Sicht des Städtetags jedoch völlig unfair aufgeteilt.

Andreas Göbel, Landkreistag Rheinland-Pfalz
„Digitale Bildung ist eine gemeinsame Aufgabe zwischen Land und Kommunen. Wir sind in Vorleistung gegangen seinerzeit, damit eine gute digitale Bildung sichergestellt werden konnte. Das Land muss jetzt nachziehen, damit es eine hälftige Aufteilung gibt.“

Vor gut sechs Jahren einigen sich die Kommunen und das Land darauf, dass beide jeweils
11 Euro pro Schüler und Schuljahr bereitstellen würden. Schnell wird klar, dass diese 22 Euro nicht ausreichen. Laut Gutachten fallen tatsächlich 162 Euro jährlich für den IT-Support pro Schüler an.
Die kommunalen Spitzenverbände fordern nun, dass sich das Land auch an den neu errechneten Kosten zur Hälfte beteiligt. Die tatsächlichen Kosten für alle Schulen in Rheinland-Pfalz betrügen 81 Millionen Euro jährlich. Davon finanziere das Land zur Zeit rund sechs Millionen.
Wenn das Land nicht auf die Forderungen eingeht, würde das das Ende der digitalen Bildung bedeuten, denn alleine wollen die Kommunen und Landkreise das Angebot nicht weiter finanzieren.

Andreas Göbel, Landkreistag Rheinland-Pfalz
„Wir haben Landkreise, die finanziell noch etwas besser aufgestellt sind und wir haben Landkreise wo die finanzielle Situation höchst prekär ist. Das ganze würde eine freiwillige Leistung darstellen. Dann käme es zu Streichung in dem Bereich und das kann  nicht sein, dass wir wieder im Bereich der Schul-IT wieder zurückfallen und wieder in die Kreidezeit kommen.“

Das sei nicht der Wille des Landes, so das rheinland-pfälzische Bildungsministerium.

„Die Digitalausstattung unserer Schulen bleibt eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben in der Bildung. Sie lebt von einer verlässlichen Zusammenarbeit von Land, Kommunen und Schulen, weshalb wir im engen Austausch mit den Kommunalen Spitzenverbänden stehen und ihnen gerade erst ein erneutes Gespräch dazu angeboten haben.“

Dieser Terminvorschlag sei erst gestern durch den Druck der Öffentlichkeit gekommen, bedauern die kommunalen Spitzenverbände. Trotzdem wollen sie den Termin wahrnehmen und hoffen, dann endlich eine Einigung zu erzielen, um die Digitale Bildung doch noch zu retten.