Koalition uneins: Integrierte Gesamtschulen in Hessen sollen weniger Geld erhalten
Die Martin-Niemöller-Schule in Riedstadt. Manche Stunden verlaufen hier in der IGS ganz anders, als an anderen Schulformen, denn hier haben die Siebtklässler gerade zur selben Zeit ganz unterschiedliche Fächer: Die einen Deutsch, die anderen Englisch, andere wiederum lösen Matheaufgaben. Ein Konzept, das es so nur in Integrierten Gesamtschulen gibt.
Lia, 7. Klasse
„Also ich find’s sehr gut, weil wir uns entscheiden können was wir erstmal machen wollen und auch Hilfe holen können, weil die Lehrer dann gerade Zeit haben.“
Sam, 7. Klasse
„Also ich find’s entspannt, weil man einfach mal so ein bisschen Zeit für sich auch gleichzeitig dabei hat und sich auch in den Fächern verbessern kann, durch die Aufgaben.“
Jonas, 7. Klasse
„Zum Beispiel in Mathe bin ich nicht so gut, da habe ich in den Wochenaufgaben Fehler und dann schreibt sie da hin: Wir können das nochmal im Lernraum durchsprechen und dann können wir im Lernraum nochmal darüber reden.“
Brauchen die Schüler Hilfe, springt die Lehrerin ein. Doch genau bei den individualisierten Schulstunden will das hessische Kultusministerium kürzen. Dann würden pro IGS ein bis drei Lehrstellen weniger zur Verfügung stehen. Für Kultusminister Armin Schwarz eigentlich seit den Haushaltsverhandlungen beschlossene Sache:
Armin Schwarz (CDU), Kultusminister Hessen
„An der Stelle holen wir etwas nach, was eigentlich schon längst hätte stattfinden können.“
Doch der SPD-Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori will die Kürzungen – nach erhöhtem Druck aus seiner Partei – jetzt abwenden. Er bietet dem CDU geführten Bildungsministerium 1,5 Millionen Euro aus seinem eigenen Etat an. Ein unüblicher Vorschlag.
Armin Schwarz (CDU), Kultusminister Hessen
„Wir haben den Vorschlag, den Vorstoß des SPD-Parteirates zur Kenntnis genommen. Alles Weitere werden wir intern beraten.“
Mehr gibt es nicht zu entlocken. Die Beratungen finden hinter verschlossenen Türen statt. Martin Buhl vom Arbeitskreis hessischer Gesamtschulendirektoren hofft auf eine Einigung der Regierungsparteien.
Martin Buhl, Arbeitskreis hessischer Gesamtschulendirektoren
„Bedenkenswert finde ich zumindest, dass das Kultusministerium das nicht selbst hinbekommt. Das wäre ja eigentlich die Aufgabe im Haus das so zu organisieren, dass die Kürzungen in einer Schulform nicht durchgesetzt werden müssten. (…) Also ich hoffe, dass der Vorschlag der SPD zu einer Lösung führt und ich hoffe auch, dass die Koalitionspartner diese Frage nicht zu einer Koalitionskrise auswachsen lassen.“
Lehrerin Anthoula Antoniuk sieht die Kürzungspläne für die Schulen kritisch.
Anthoula Antoniuk, Lehrerin an der Martin-Niemöller-Schule in Riedstadt
„Ich halte da gar nichts von und das hat wirklich sehr große Konsequenzen für uns, weil eine engere Zusammenarbeit mit unseren Schülern ganz einfach wegfallen würde.“
Die ingesamt 131 Integrierten Gesamtschulen in Hessen hoffen, dass ihnen auch künftig genug Lehrkräfte zur Verfügung stehen – und dass die Schulstunden weiter so ablaufen können wie bisher.









