Führerschein soll günstiger werden – Fahrschulen schlagen Alarm
Fahrschülerin Mia hat nächste Woche Prüfung. Wenn sie besteht, kommt sie mit knapp über 3000 Euro für ihren Führerschein noch relativ günstig weg.
„Unser Ziel ist: weniger Kosten, aber gleiche Sicherheit“. So sagt es der Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder im Oktober auf einer Pressekonferenz. Ein Satz, mit dem die Fahrschulen im ganzen Land bis heute zu kämpfen haben.
Auch Alexandra Löhr bekommt in ihrer Koblenzer Fahrschule seitdem immer wieder E-Mails wie diese:
Alexandra Löhr, Inhaberin Start Fahrschule Koblenz
„Man hört ja immer wieder, dass sich die Kosten in den nächsten Jahren, ab 2027 eventuell etwas entspannen könnten. Und da überlegt man als Familie natürlich auch, ob man wartet oder jetzt startet.“
Das Problem: Viele entscheiden sich fürs Warten. Laut dem Fahrlehrerverband Rheinland hatten nach der Ankündigung des Ministers 85 Prozent der Fahrschulen mit Anmeldungsrückgängen zu kämpfen.
Joachim Einig, Vorsitzender Fahrlehrerverband Rheinland
„Herr Schnieder hat gesagt: der Markt wird das regeln. Und genauso ist es, denn durch diese Äußerungen, die am 16. Oktober kamen, hatten wir von den Fahrschulen einen wirklichen Einbruch von Anmeldungen, aber auch Fahrschüler, die ihre Ausbildung unterbrochen haben.“
Bei manchen sind drei Viertel des Geschäfts weggebrochen, doch: wann und ob der Führerschein wirklich günstiger wird, steht aktuell noch in den Sternen. Das Konzept des Ministeriums sieht unter anderem vor, den Theorieunterricht zu digitalisieren, so dass die Fahrschulen keine Räume mehr vorhalten müssen. Eine Idee, die mehr schaden könnte als sie nützt, erwartet die Fahrschulbetreiberin.
Alexandra Löhr, Inhaberin Start Fahrschule Koblenz
„Wir hatten das zur Corona-Zeit. Da durften wir keinen Unterricht machen, sondern haben nur Online-Unterricht gemacht und wenn man sich die Zahlen anguckt, der Theorieprüfungen und der Wiederholungsprüfungen, dann hat man schon einen starken Anstieg bemerkt. Das heißt also, selbst wenn da vielleicht eine Ersparnis sein sollte, wird das unter dem Strich durch vielfache Wiederholungsprüfungen wieder aufgehoben.“
Auch der Vorschlag des Ministers, mehr Fahrstunden und auch Sonderfahrten an den Simulator zu verlegen findet in Koblenz keinen Anklang.
Mia Seel, Fahrschülerin
„Ich glaube ,am Anfang ein paar Simulator Stunden zu machen, halte ich schon für sinnvoll und das ist auch gut. Aber echte Fahrstunden damit zu ersetzen, das ersetzt einfach nicht dieses echte Gefühl vom Auto.“
Mia hofft, dass sie nächste Woche ihren Führerschein in der Tasche hat. Die Fahrschulen erhoffen sich hingegen Klarheit darüber, wie die Bundesregierung die Kosten für den Führerschein senken möchte – und vor allem wann.









