Gedenken an Opfer des Holocaust: Plenarsitzung im rheinland-pfälzischen Landtag
Rosi auf dem Arm ihrer Mutter Maria Bremser. Die heute 91-jährige Rosi aus Mainz erzählt im Landtag vom Schicksal ihrer Mutter, die zur NS-Zeit an Depressionen litt und deshalb von den Nationalsozialisten umgebracht wurde. Da war Rosi gerade mal neun Jahre alt.
Rosi
„Dann wurde die Diagnose gestellt, Schizophrenie. Also damals gab’s einen Arzt, ich bin ja in Gustavsburg groß geworden, der Arzt, der hat das dann festgestellt und das war im Dritten Reich ihr sicheres Ende.“
Von einer Klinik wird Maria Bremser weiter in die Tötungsanstalt Hadamar gebracht. Kurz darauf kommt ihr Sarg nach Gustavsburg, Rosis Mutter sei an Herzversagen verstorben. Erst viele Jahre später wird Rosi klar, wegen Ihrer Depression wurde ihre Mutter getötet.
Auch andere Nachfahrinnen verfolgter Frauen berichten heute im Landtag über ihre Geschichte. Schüler des Gymnasiums Nackenheim stellen die Biografien der Frauen vor.
Lara Roth, Schülerin Gymnasium Nackenheim
„Wir hatten das schon im Geschichtsunterricht und wir nehmen das auch alle sehr ernst und viel durch, aber meistens nur die Verfolgung von Männern und dann auch besonders von jüdischen Männern. Da geht irgendwie nochmal unter, was Frauen oder auch Frauen passiert, die einfach nur in Anführungszeichen krank sind und da aber auch sehr krank darunter gelitten haben, was man heute gar nicht mehr so weiß.“
In einer Schweigeminute gedenkt der Landtag der Opfer. Landtagspräsident Hendrik Hering kritisiert, dass die Erinnerung an verfolgte Frauen auch nach dem Kriegsende nur unzureichend aufgearbeitet wurde.
Hendrik Hering, Landtagspräsident RLP
„So galt auch nach 1945: Die Frau existiert primär für andere. Mit umso größerer Sorge sehen wir aktuell wieder, dass rechtsextremistische Kreise ein autoritäres Rollenbild der Frau zelebrieren und weibliche Unterordnung als naturgegeben verkaufen.“
Umso wichtiger seien die Biografien der Frauen, die heute vorgestellt wurden. Damit Schicksale wie das von Rosi und ihrer Mutter in Erinnerung bleiben.









