Schäden an Wohnhäusern: 250-Kilogramm-Phosphorbombe in Hanau gesprengt
Eine Rauchwolke, ein Knall, dann ist die Bombe Geschichte. Wie gefährlich die 250 kg schwere Waffe gewesen ist, zeigt sich nach der Sprengung vor Ort. Eine dreistöckige Schutzwand aus Übersee-Containern ist auseinandergesprengt worden. Die zehn Tonnen schweren Container liegen im weiten Umkreis verstreut. Ohne diesen Schutz würden die umstehenden Häuser wohl nicht mehr stehen, aber auch so sind Schäden entstanden. Eigentlich waren die Experten im Vorfeld davon ausgegangen, es mit einer Brandbombe zu tun zu haben. Ein Irrtum, wie sich erst bei der Sprengung herausstellen sollte.
Matthias Scheider, Regierungspräsidium Darmstadt
„Kennzeichnung, Form, Farbe waren eindeutig darauf ausgerichtet, dass es sich um eine Brandbombe handelt. Das war eigentlich unmissverständlich. Es hat sich am Ende herausgestellt, dass es eine so genannte Störbombe war, sprich das Füllmaterial war ein anderes, als man von außen ausgehen konnte.“
Die entstandenen Sachschäden gelte es jetzt aufzuarbeiten, so der Experte weiter. In wie weit der Irrtum bei der Identifizierung der Bombe sich auf die Schäden ausgewirkt hat, wollte er heute noch nicht abschließend bewerten.
Die Bombe war vorgestern in einem Gewerbegebiet unweit des Hauptbahnhofs gefunden worden. 4500 Menschen müssen deshalb heute bereits in aller Frühe ihre Häuser verlassen, Schulen fallen aus, auf den Straßen und auch auf der Schiene kommt alles zum Erliegen. In den eigens eingerichteten Notunterkünften sammeln sich bereits am Morgen die Anwohner.
Isabelle Wurstmann
„Vor allem die Kinder waren heute Morgen schon aufgeregt. Die wollten am liebsten schon um drei Uhr aufstehen.“
Margret Tschörner
„Es ist für mich richtig Stress gewesen heute Morgen. Die ganze Nacht nicht geschlafen und dann gewartet bis ich abgeholt wurde und dann hier rumsitzen und ich weiß nicht, wann ich wieder nach Hause komme. Also schön ist es nicht.“
Für die mehr als 500 Helferinnen und Helfer ist all das fast schon Routine geworden. Weil Hanau gerade zum Ende des zweiten Weltkrieges massiven Luftangriffen ausgesetzt war, sind Bombenfunde hier keine Seltenheit.
Sean Heesch, Stv. Leiter Feuerwehr Hanau
„In Hanau ist es alleine in diesem Jahr die dritte Evakuierungsmaßnahme, letztes Jahr waren wir knapp am zweistelligen Bereich aufgrund der vielfältigen Funde.“
Die meisten Hanauer konnten inzwischen wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Die rund 60 Personen, deren Wohnungen bei der Sprengung beschädigt wurden, können nach ersten Informationen zumindest auf eine Entschädigung vom Land Hessen hoffen.









