Preis für Zivilcourage verliehen
Muhammad Afzal kann seine Gefühle nicht verbergen, wenn er daran denkt, was am Rosenmontag in Mannheim passiert ist. Noch hat er die Tat nicht ganz verarbeitet.
Muhammad Afzal steht am Taxihalteplatz und wartet auf Kunden. Er sieht, dass ein Mann mit seinem Auto viel zu schnell auf der Mannheimer Haupteinkaufsstraße unterwegs ist und Menschen überfährt.
Muhammad Afzal, Taxifahrer aus Ludwigshafen
„Ich habe in meinem Rückspiegel gesehen, er fährt immer noch weiter. Und dann habe ich gemerkt, der kommt an mir vorbei und dann bin ich hinter ihm her gefahren, fast zwei Kilometer hinter ihm gefahren. Ich habe ihn am Ende der Sackgasse gestoppt.“
Muhammad Afzal stellt sich dem Attentäter mit seinem Taxi in den Weg und beendet die Amokfahrt. Der Täter zieht daraufhin eine Waffe und schießt. In diesem Moment hat Muhammad Afzal Todesangst.
Muhammad Afzal, Taxifahrer aus Ludwigshafen
„In den drei, vier Minuten, habe ich gar nicht nachgedacht. Über die Angst und was ich gemacht habe. Als er auf mich geschossen hat, da habe ich gedacht, dass das mein letzter Tag war.“
Denn dass es sich um eine Schreckschusswaffe handelte, erfährt er erst am nächsten Tag. Kurz nachdem Afzal eingegriffen hat, kann die Polizei den Amokfahrer festnehmen.
Sieben Taxen stehen mit Afzal in der Reihe, Afzal ist der einzige, der reagiert, als er sieht, wie viele Menschen schon verletzt sind. Dafür verleiht ihm der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling den Preis für Zivilcourage.
Michael Ebling (SPD), Innenminister Rheinland-Pfalz
„Das ist eine besonders mutige, eine besonders große Tat auch, weil es damit die Tathandlung und damit die Willkürlichkeit, mit der der Täter Opfer ausgesucht hat, unterbrochen hat. Das hat echt Leben gerettet und das macht es besonders wertvoll.“
Neben Muhammad Afzal haben noch zwei weitere Menschen den Preis erhalten. Der Alzeyer Devran Akkurt schütze eine Frau davor, von einem Mann belästigt zu werden. Hildegard Konrad aus Waldfischbach-Burgalben fand und rettete zwei vermisste Mädchen.
Die Polizei schlägt in jedem Jahr die möglichen Preisträger vor. Die Stiftung Kriminalprävention Rheinland-Pfalz will mit dem Preis auch andere ermutigen, beherzt zu helfen.









