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Luftverkehrsbranche klagt über Umsatzeinbußen

Nov. 24, 2025

In Sachen Luftverkehr ist Deutschland „der kranke Mann Europas“. Eine deutliche Aussage, mit der Condor-Chef Peter Gerber den deutschen Luftverkehrs-Standort beschreibt. Fakt ist: Während im Rest von Europa mehr geflogen wird als vor der Corona-Pandemie – hinkt Deutschland weiter hinterher. Auch Deutschlands größter Flughafen – der Flughafen in Frankfurt – ist von Rekord-Passagierzahlen von rund 70 Millionen Passagiere im Jahr 2019 noch weit entfernt.
Sie sind schon von weitem gut zu erkennen: Die Condor-Flugzeuge. Seit 2022 prägt der Streifenlook das Design der Airline.
8,5 Millionen Passagiere hat Fluggesellschaft im vergangenen Jahr zu rund 70 Zielen weltweit geflogen. Rund 5.000 Angestellte arbeiten für den Konzern.
Ende vergangenen Jahres gibt Condor bekannt, fünf Flugzeuge aus Deutschland abzuziehen und im Ausland zu stationieren. Airline-Chef Peter Gerber begründet den Schritt mit „immer stärker steigenden staatlichen Standortkosten“ in Deutschland.
Standortkosten mit denen alle Fluggesellschaften zu kämpfen haben. Auch Deutschlands größte Airline, die Lufthansa, verlagert immer mehr Maschinen ins Ausland.
Seit langem klagt die Luftverkehrsbranche über die Rahmenbedingungen in Deutschland. Hohe Entgelte, hohe Steuern, hohe Gebühren.
International sei Deutschland damit kaum wettbewerbsfähig, sagt Stefan Schulte, der Chef des Flughafenbetreibers Fraport.

Stefan Schulte. Vorstandsvorsitzender Fraport AG
„Man sieht ja die nackten Zahlen. Also wenn Sie jetzt den Winterflugplan nehmen, dann liegt Europa auch ohne Deutschland in einem Sitzplatzangebot von 116 Prozent des Vorcorona-Niveaus. Deutschland liegt nur bei 90 Prozent. Da sieht man, wie wir abgehangen werden und wie wir immer weiter zurückfallen.“

2011 hatte die damalige schwarz-gelbe Bundesregierung die Luftverkehrssteuer eingeführt. Im vergangenen Jahr hat die Ampel-Regierung sie dann erhöht.
Jetzt steht fest: Diese Erhöhung soll Mitte kommenden Jahres rückgängig gemacht werden. Vor zwei Wochen haben sich die Spitzen von Union und SPD darauf verständigt und lösen damit ein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag ein.
Bundeskanzler Friedrich Merz spricht von einer Entlastung für die Luftverkehrsindustrie von rund 350 Millionen Euro. Außerdem sollen unter anderem die Flugsicherungsgebühren gesenkt – statt wie bisher geplant erhöht – werden.
Nachrichten, die nicht nur der Fraport-Chef begrüßt, sondern bestimmt auch unser heutiger Studiogast. Denn Peter Gerber ist nicht nur der Vorsitzende der Geschäftsführung von Condor, sondern seit fast zwei Jahren auch der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften.