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Ministerpräsident Schweitzer besucht Amazon-Logistikzentrum

Nov. 11, 2025

Ende November ist wieder Black Friday – die Rabattaktion schlechthin – und danach steht das Weihnachtsgeschäft vor der Tür. Für den Einzelhandel eine anstrengende Zeit, das gilt auch für Versandhändler wie Amazon. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident hat jetzt dessen Logistikzentrum in Frankenthal besucht und dabei auch kritische Töne angeschlagen.
Jeder leuchtende Punkt ist ein Roboter. Früher mussten die Kommissionierer im Amazon-Logistikzentrum Frankenthal bis zu 15 Kilometer am Tag laufen. Diese Arbeit übernehmen heute rund 4.000 rollende Helfer. Trotzdem gibt es hier regulär 2.200 Arbeitsplätze und momentan kommen noch viele Saisonkräfte hinzu.

Nicole Stoeber, Standortleiterin Amazon Frankenthal
„Wir haben in den letzten Monaten 500 Leute eingestellt, die fürs Weihnachtsgeschäft geplant sind und bei uns wird das einfach über eine sehr gute Planung dahin gehen, dass wir da keinerlei Probleme sehen. Ganz einfach, weil wir nicht schneller arbeiten sondern dass das ganze Jahr geübt haben, dass wir so viele Kundenbestellungen mehr abarbeiten können.“

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer freut sich natürlich über die Wirtschaftskraft, die Amazon ins Land bring,   doch so schön Arbeitsplätze und Steuereinnahmen sind – Amazon ist sicher kein Traumunternehmen für einen SPD-Politiker. Denn der Konzern lehnt seit seiner Ansiedlung in Deutschland Tarifverträge ab. Betriebsräte gibt es an vielen Standorten erst seit kurzem und immer wieder gibt es Berichte darüber, dass Gewerkschaftler gezielt aus dem Unternehmen gedrängt werden.

Alexander Schweitzer (SPD), Ministerpräsident RLP
„Wer in Deutschland unternehmerisch tätig ist, der muss fair bezahlen, der muss ordentlich mit den Kolleginnen und Kollegen umgehen, der muss sich an Tarife halten und natürlich an geltendes Recht. Das ist eine wichtige Aufgabe der Sozialpartner, Gewerkschaften und Arbeitgeber, darauf zu achten. Und meine persönliche Positionsbestimmung ist immer: ich stehe an der Seite der Beschäftigten, sage aber auch: Unternehmen brauchen auch die Möglichkeiten hier investiv zu sein. Und das macht Amazon wie ich finde sehr gut. Ansonsten drücke ich immer den Sozialpartnern alle Daumen, dass sie zu guten Lösungen für die Beschäftigten kommen.“

Amazon hat jüngst angekündigt, den Einstiegslohn im kommenden Jahr über den gängigen Tariflohn anzuheben. Über Gewerkschaften will man aber auch in Frankenthal auf unsere Nachfrage hin nicht sprechen.

Nicole Stoeber, Standortleiterin Amazon Frankenthal:
„Wir haben hier einen sehr guten Kontakt zu unserem Betriebsrat und haben eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und glauben auch, dass der direkte Kontakt zu unseren Mitarbeitenden und unseren Betriebsrat da der richtige Weg ist.“

Zum Ende der Führung darf der Ministerpräsident dann noch ein paar Pakete packen. Schöne Fotos trotz aller Kritik – immerhin beschäftigt Amazon fast 6.000 Menschen in Rheinland-Pfalz und ein nächstes großes Logistikzentrum in Zweibrücken ist bereits geplant.