Vogelgrippe-Fall in Hessen bestätigt
Horst Müller hält auf seinem Aussiedlerhof in Riedstadt-Erfelden 75 Hühner. Die Eier verkauft er als kleinen Nebenverdienst. Eigentlich sollten die Tiere jetzt hier draußen sein. Doch das ist erst einmal vorbei. Wegen der Vogelgrippe müssen die Hühner ab sofort im Stall bleiben.
Horst Müller, Geflügelhalter
„Ich darf morgens meine Hühner einfach nicht mehr raus in die Voliere lassen, muss dann eigentlich auch etwas öfters nach den Hühnern schauen, weil der Platz ist ja auch irgendwo etwas begrenzt für die Hühner und sie können sich nicht mehr so am Tag beschäftigen wie sie das in der Summe gewohnt waren in der Voliere, in der Freiheit.“
Schuld? Die Vogelgrippe. Diesen Silber-Reiher hat sie erwischt. Und auch zwei Höckerschwäne aus dem Kreis Groß-Gerau wurden positiv getestet. Das hat das Friedrich-Löffler-Institut, das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, heute bestätigt. Um die Ausbreitung der Seuche so gut wie möglich einzudämmen, hat der Landkreis eine Stallpflicht für Geflügel angeordnet und appelliert, in den Betrieben jetzt besonders auf Hygiene zu achten.
Adil Oyan (Bündnis 90 / Die Grünen), Vize-Landrat Kreis Groß-Gerau
„Bei der Vogelgrippe ist es nicht so, dass wir in Zonen dann arbeiten müssen wie zum Beispiel bei der Afrikanischen auf der einen Seite, die Geflügelhalter können ihre Geflügel und auch die Eier noch weiter frei verkaufen einerseits – andererseits gilt es, und dafür ist auch die Allgemeinverfügung erlassen worden, möglichst zu verhindern, dass die Vogelgrippe in diese Betriebe rein kommt.“
Die Vogelgrippe – auch Geflügelpest genannt – ist für Vögel hoch ansteckend. Die Gefahr einer Übertragung auf den Menschen ist gering. Dennoch sollten Spaziergänger auf keinen Fall tote Wildvögel anfassen und stattdessen Funde der Kreisverwaltung melden.
Adil Oyan (Bündnis 90 / Die Grünen), Vize-Landrat Kreis Groß-Gerau
„Wir gehen davon aus, dass die Kraniche, die in den Süden gezogen sind, während sie über den Kreis geflogen sind wohl ein bisschen Kot hinterlassen haben, das ist die Annahme und so dann die Geflügelpest hier bei uns im Kreis gelandet ist. Ob das genauso war oder nicht, das wird dann Ergebnis weiterer Untersuchungen sein.“
Allein in Hessen werden rund 2,8 Millionen Hühner in gut 3.200 Betrieben für die Eier- und Fleischproduktion gehalten. Sie alle bangen jetzt darum, dass das Virus sich nicht noch weiter ausbreitet. Denn die Folgen können verheerend sein. Wird auf einem Hof ein Fall nachgewiesen, ist es Aus mit dem gesamten Geflügelbestand. In Mecklenburg-Vorpommern mussten gerade in zwei Großbetrieben knapp 150.000 Legehennen vorsorglich getötet werden. Auch Horst Müller macht sich Sorgen um seine Hühner. Zwar dürften die tiere von der Stallpflicht nicht gerade begeistert sein– zu ihrem Schutz nimmt der Hobby-Landwirt die Maßnahmen aber gerne in Kauf.









