Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Inklusives Theaterstück in Mainz

Okt. 17, 2025

Menschen mit und ohne Einschränkungen stehen aktuell gemeinsam Mainzer Staatstheater auf der Bühne. Wir haben die Aufführung „Schlagerträume“ besucht. Bühne frei für Tima und Klaus!
Das sind Tima und Klaus, auf der Bühne Schlagerduo, im Herzen große Schlagerfans. Sowohl für die 21-jährige Tima als auch für Ensemblemitglied Klaus ist „Schlagerträume“ das erste von Beginn an inklusiv geplante Theaterstück.

Tima Zucker
„Es hat sich für mich angefühlt wie in einem Traum.“

Tima hat das  Down-Syndrom und Autismus. Sie steht mit Klaus, einem erfahrenen Schauspieler, auf der Bühne. Tima ist großer Fan von Helene Fischer und der aktuellen Schlagerwelt, Klaus begeistert sich für Udo Jürgens und die 70er. Die beiden ergänzen sich nicht nur auf der Bühne gut.

Klaus Köhler, Ensemblemitglied Staatstheater Mainz
„Weil Tima wirklich so die Fachfrau schlechthin ist, hinsichtlich deutschem Schlager. Also wirklich unzählige, man muss nur irgendjemanden nennen, da weiß Tima sofort Liedzeilen, Songs, Melodien. Und hat dadurch geprägt, hast du wunderschöne Texte geschrieben und wir haben dann mit unserem Komponisten zusammen auch ein eigenes Schlagerlied entwickelt. Was wir live performen.“
Tima Zucker, Schauspielerin
„Und das ist genau das. Träume werden wahr, denn jeder ist ein Stern.“
Klaus Köhler
„So fängt das Lied an.“

Klare Grenzen zwischen Rolle und realem Leben  gibt es nicht, denn in „Schlagerträume“ steckt viel Persönlichkeit von beiden Schauspielern.
Anders als bei klassischen Theaterstücken haben Tima, Klaus und die Regisseurin Franziska Layritz das Stück zusammen geschrieben, angepasst auf Timas Bedürfnisse.

Franziska Sarah Layritz, Regisseurin
„Auch in den Endproben haben wir alles versucht, um eben dieses enge Konstrukt, das ein Staatstheater ja manchmal auch einem auferlegt, da an Tima anzupassen und einfach inklusiv und entspannt zu arbeiten.“

So wird dann auch jeder Auftritt anders. Ein Stück, ohne klassische Theateretikette.

Klaus Köhler, Ensemblemitglied Staatstheater Mainz
„Es ist ein Abend, der davon geprägt ist, dass da kein Druck entsteht, das keine Leistungsshow ist, sondern wir zwei Menschen zeigen, die ihre Stärken und Schwächen haben. Wir tanzen und tanzen vielleicht nicht schön, aber mit Freude. Wir singen, und singen nicht schön, aber mit Freude.“

Das überträgt sich auch aufs Publikum. Zuschauer bleiben nicht nur Zuschauer, sondern werden Teil des Ganzen. Bis der Theatersaal am Ende einer großen Party gleicht.