Auszeit vom Krieg: Kinder aus Kiew zu Gast bei Schülern in Bad Homburg
Diese zwei Jungs haben heute schulfrei. Sascha aus der Ukraine ist als Austauschschüler bei Sean. Hoch über den Weinbergen in Rüdesheim erlebt er Augenblicke, die zu Hause gerade kaum möglich sind: unbeschwerte Momente fern vom Krieg.
Sascha Lasorenko: Schüler Ukraine
„Es ist richtig cool hier, weil alle so freundlich sind. Und die Schule ist so groß und wunderschön und hell. Das ist so cool.“
Ermöglicht wird ihm die Auszeit vom Krieg durch ein UNESCO Austauschprogramm. Die Humboldtschule in Bad Homburg bietet 12 Schülern und zwei Lehrkräften aus Kiew Ablenkung und ein Stück Normalität. Für den Projektleiter ein wichtiges Anliegen.
Torben Waschke, Projektleiter/Lehrer Humboldtschule Bad Homburg
„Man muss sich bewusst sein, das sind Kriegskinder. Dieses Wort alleine ist schon heftig, wenn man sich das verinnerlicht. Wir wollen möglichst Abwechslung bieten, dass die Kinder sich erholen können und darüber, was vor Ort ist, möchten wir auch nicht so viel reden. Sondern dass sie hier wirklich abschalten und das genießen können.“
Die deutsche Schüler wie Sean lernen eine ganz andere Lebensrealität als die eigene.
Sean Zotzmann, Schüler Humboldtschule
„Ich hatte erst mal sehr viel Respekt vor denen, weil man geht in ein anderes Land, fährt vierzig Stunden Bus. Das würde ich alles gar nicht überstehen.“
Zwei Wochen lang wohnt Sascha bei Seans Familie in Bad Homburg. Für sie ist die Unterstützung selbstverständlich.
Reinhard Nündel-Zotzmann: Vater von Sean
„Wir hatten schon in der Vergangenheit öfter mal an die Ukraine gespendet und man sieht es ja auch häufig in den Nachrichten. Fanden wir super das Programm, so vom Start weg, und wollten da unbedingt mitmachen.“
Sascha genießt seine Zeit in Hessen. Seiner Gastfamilie bringt er Kartenspiele bei. Ein ganz anderes Leben als in der Ukraine:
Sascha Lasorenko
„In manchen Nächten kann ich nicht schlafen und muss am nächsten Tag zur Schule gehen, das ist wirklich schlimm. Manchmal muss ich auch in den Bunker gehen, weil es zu gefährlich ist. Und zu Beginn des Krieges musste ich aufs Land, um sicherer zu sein, aber auch dort war es wirklich nicht sicher.“
Für kurze Zeit steht nicht der Krieg im Mittelpunkt, sondern das, was Kinder überall auf der Welt brauchen: Freundschaft, Freude und ein Alltag ohne Sorgen.
Sean Zotzmann, Schüler Humboldtschule
„Vielleicht kann er immer an die schöne Zeit denken und dass er immer weiß, dass er hier bei vielen in Deutschland willkommen ist.“
Für Sascha steht jetzt wieder das Leben in der Ukraine an. Ein Leben im Krieg. Er hofft, dass er nächstes Jahr wieder nach Bad Homburg zurückkehren kann.









