Rheinland-Pfalz treibt Digitalisierung der Polizei voran
Ein typischer Einsatz für die Polizei. Ein Unfall mit Fahrerflucht – am Boden liegt ein verlorenes Nummernschild. Gehört es dem Unfallverursacher? Fotos machen für die Akte, den Halter ermitteln und die nächste Streife zur Meldeadresse des Verdächtigen schicken – all das erledigt die Polizei in Rheinland-Pfalz nun mobil, direkt vor Ort – mit dem Diensthandy.
Jan-Philipp Rackow, IT-Dezernatsleiter Polizei RLP
„Und das ist eine Neuerung, die wir jetzt wirklich auch lange erwartet haben. Dass wir eben auch mehrere Datenquellen, d.h. wenn ich jetzt einmal jemanden habe, dann will ich wissen wo wohnt der, ich will gleichzeitig auch wissen hat der einen Führerschein und ist er vielleicht zur Fahndung ausgeschrieben? Dass ich diese Abfragen miteinander kombinieren kann und mit einer Abfrage alle Informationen erhalte, die ich brauche.“
Herzstück der neuen Software ist ein eigens entwickelter „Polizeilicher Multimedia Messenger“ abgekürzt PoMMes.
Michael Ebling (SPD), Innenminister RLP
„Software, die auch hier in Rheinland-Pfalz mit entwickelt wurde, bei unserer Polizei. Damit sind wir deutlich Vorreiter, um die Bearbeitung schneller, effektiver zu machen. Aber vor allen Dingen, um am Ende die Zeit am Schreibtisch deutlich zu reduzieren, so dass sich die Polizei andern Aufgaben widmen kann.“
Bleibt noch das Thema Datenschutz. Schließlich geht es um sensible Daten der Bürger, von überall abrufbar.
Jan-Philipp Rackow, IT-Dezernatsleiter Polizei RLP
„Die Geräte sind sehr, sehr sicher. Wir haben ein extra Log-In-Verfahren, was jedes Mal erneuert werden muss, das vorgeschaltet ist. Außerdem habe ich auch aus Datenschutzgründen immer ein Datenschutz-Ticket, was mir auch nur das anzeigt, was ich tatsächlich an Informationen sehen darf. So dass ich hier quasi eine doppelte Sicherheitsfunktion habe.“
Kostenpunkt insgesamt: etwa 3 Millionen Euro. Inzwischen sind rund 6500 modernisierte Handys und Tablets bei der rheinland-pfälzischen Polizei im Einsatz. Gefunkt und telefoniert wird aber weiterhin. Und wer weiß: vielleicht ist ja irgendwann auch mal der oberste Dienstherr höchstpersönlich am anderen Ende der Leitung.









