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Krise in der Autobranche führt zu Stellenabbau

Okt. 6, 2025

Die Wirtschaft schwächelt enorm. Vor allem die wichtigste deutsche Industriebranche steckt in der tiefsten Krise: Egal ob Autohersteller, Dienstleister oder Zulieferer – alle sind betroffen. Die Gründe sind vielfältig: Das von der Politik diktierte Verbrenner-Aus, billige Konkurrenz aus China und zu hohe Produktionskosten in Deutschland. Die Folge: Innerhalb eines Jahres sind 50.000 Jobs in der Automobilindustrie weggefallen. Auch bei uns sieht es extrem düster aus.
Es ist eine  Hiobsbotschaft für Koblenz. Rund 2.100 Menschen arbeiten beim Automobilzulieferer ZF. Noch. Denn rund 450 Arbeitsplätze sollen hier bis zum Jahr 2030 gestrichen werden. Als Gründe nennt das Unternehmen unter anderem den schwachen Automobilmarkt und Unsicherheiten wie die US-Importzölle. Die Gewerkschaft pocht jetzt darauf, dass bestehende Verträge eingehalten werden.

Stefanie Mayer, IG Metall Koblenz
„Für Koblenz haben wir einen Zukunftstarifvertrag. Eine Vereinbarung, die zusichert, dass bis Ende 2026 keine betriebsbedingten Kündigungen erfolgen. Bisher ist die formal nicht angegriffen, aber mündlich stehen diese Kündigungen im Raum und wir fordern, dass ZF sich an diese Vereinbarungen hält.“

Extreme Unsicherheit also bei den Beschäftigten von ZF  in Koblenz.Unsicher sind auch viele Stellen bei Segula in Rüsselsheim.
Der französische Entwicklungsdienstleister hat für eine Teilgesellschaft Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Doch ein Investor konnte bisher nicht gefunden werden.Der Gläubiger-Ausschuss hat jetzt zugestimmt, die Mitarbeiter noch vier weitere Wochen zu bezahlen. Doch schon jetzt steht fest: Selbst wenn die Gespräche erfolgreich sind, können wohl nur rund 100 der rund 320 Angestellten übernommen werden.
Apropos „übernommen“: Vor rund vier Jahren übernahm der US-Konzern BorgWarner das Darmstädter Unternehmen Akasol. Es produziert Batteriesysteme für elektrisch betriebene Autos, Busse und LKW. Die Batterieherstellung galt als einer der Wachstumsmärkte. Doch jetzt heißt es auch bei BorgWarner: Stellenabbau. Die Begründung: Die angespannte Marktlage. In Darmstadt und in Langen sollen rund 350 der insgesamt 800 Arbeitsplätze gestrichen werden.
Egal ob in Südhessen oder in Koblenz – die Gewerkschaften wollen dafür kämpfen, dass der geplante Stellenabbau doch noch abgemildert werden kann.
Die Stimmung in der Belegschaft bei ZF reiche von Frustration bis hin zu Empörung:

Stefanie Mayer, IG Metall Koblenz
„Die Kolleginnen und Kollegen können nicht nachvollziehen, woher die Zahlen kommen, die die Geschäftsführung vorlegt, die der Vorstand vorlegt. Sie können nicht nachvollziehen, wie sie mit der Arbeit hier klarkommen sollen und diese Arbeit machen sollen, wenn so viele Leute gehen sollen.“

ZF in Koblenz, BorgWarner in Darmstadt, Segula in Rüsselsheim – nur drei Beispiele von vielen, die zeigen, wie ernst die Lage der deutschen Automobilindustrie ist.