Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Kommentar von Chefredakteur Philipp Stelzner

Sep. 25, 2025

Chefredakteur Philipp Stelzner mit seinen Gedanken zum Aus der Islamforscherin Susanne Schröter.
Die vielen Gegner von Susanne Schröter jubeln. Die Professorin, die sie so lange genervt hat, verlässt die Uni. Ihr Institut wird dichtgemacht. Doch es gibt es keinen Grund, sich darüber zu freuen. Denn auch wenn ihre oft zugespitzten Äußerungen für ihre Kritiker nur schwer zu ertragen sind. Mit ihrem Abschied wird das Spektrum der wissenschaftlichen Meinungen kleiner. Kein anderer Islamwissenschaftler in Hessen legt sich so mutig mit erzkonservativen Religionsvertretern an. Kein anderer warnt so eindringlich vor dem zunehmenden Islamismus in Deutschland. Es ist möglich, dass Susanne Schröter die Gefahr überschätzt, die von radikalen Muslimen ausgeht. Es kann aber auch sein, dass andere diese Gefahr unterschätzen. Eben deshalb müssen wir diese Form des Extremismus erforschen und darüber diskutieren. Doch genau das wollen radikale linke Aktivisten aus ideologischen Gründen verhindern. Sie halten jede Kritik an Muslimen für politisch nicht korrekt. Sie wollen bestimmen, was gesagt werden darf und was nicht. Obwohl die gleichen Aktivisten bei anderer Gelegenheit Vielfalt, Toleranz und Meinungsfreiheit einfordern. Sie haben das Arbeitsklima für Susanne Schröter durch Beleidigungen, Mobbing und physische Angriffe vergiftet. Die Goethe-Universität hat die Professorin im Stich gelassen. Deshalb hat die Islamforscherin jetzt keine Lust mehr, weiter zu machen. Doch die von ihr beleuchteten Probleme werden nicht dadurch verschwinden, dass wir Diskussionen abwürgen und Institute schließen. Ganz im Gegenteil. Dadurch werden die Probleme größer. Dadurch werden die rechtsextremen Kräfte in Deutschland Zulauf erhalten, die nicht nur den Islamismus, sondern den Islam insgesamt für ein Problem halten. Es ist genau das Gegenteil von dem, was die Aktivisten eigentlich erreichen wollten.