„Turboflächen“ sollen Unternehmensansiedlungen fördern
Früher ein Getreideacker. Jetzt eine Riesen-Baustelle des wertvollsten Pharma-Konzerns der Welt. Im Industriegebiet Alzey-Ost investiert Lilly 2,3 Milliarden Euro in ein neues Werk. Auf einer Fläche von 30 Hektar, so groß wie 42 Fußballfelder. Der Global Player entschied sich auch deshalb für den Standort, weil ihm die Fläche schnell und unbürokratisch zur Verfügung gestellt wurde.
Tim Brauer, Geschäftsführer Erschließungsgesellschaft Rheinhessen
„Letztendlich war das entscheidende Argument eine Flächenverfügbarkeit innerhalb von sechs bis zwölf Monaten. Und das ist das, was wir immer wieder hören. Die Industrieunternehmen, die ansiedeln wollen, die können nicht fünf, sechs Jahre im Voraus planen und warten. Sondern die haben einen Entscheidungs-Horizont von maximal zwölf bis 24 Monaten, wo sie in die Umsetzung gehen müssen. Und wir hatten halt die Fläche hier verfügbar.“
Schon Jahre vor Baubeginn kaufte die Stadt hier rund 70 Hektar Land von privaten Eigentümern ab. Ein regionaler Verbund aus Gesellschaftern kümmerte sich um die Erschließung des Gebietes. Um die Ansiedlung von Lilly möglich zu machen, wurde kurzfristig sogar der Bebauungsplan geändert.
Steffen Jung (SPD), Bürgermeister Alzey
„Wir haben von Anfang an dann alle zusammen geholt. Genehmigungsbehörde, Land, Kreisverwaltung, alle anderen Behörden, die mit zu beteiligen sind. Ich glaub, das ist ein gutes Beispiel dafür, wenn alle gemeinsam in die gleiche Richtung unterwegs sind, dass wir dann wirklich auch in Deutschland Dinge vorantreiben können.“
Eine Erfolgsgeschichte, für die zum Spatenstich vergangenes Jahr im April viel Politprominenz erschien. Damit sich noch mehr große Unternehmen ansiedeln, hat die Landesregierung jetzt mittels einer Studie 13 weitere potenzielle Standorte in ganz Rheinland-Pfalz ausgemacht, sogenannte Turboflächen.
Daniela Schmitt (FDP), Wirtschaftsministerin Rheinland-Pfalz
„Wir haben geschaut: Wo sind insbesondere große, zusammenhängende Flächen? Wo ist auch eine gute verkehrliche Anbindung? Und wo ist auch der Wille vor Ort, diese Flächen auch zu Gewerbe- und Industrieflächen zu entwickeln?“
Als nächsten Schritt will das Land die Turboflächen-Kommunen bei einer möglichen Umsetzung unterstützen.
Michael Ebling (SPD), Innenminister Rheinland-Pfalz
„Das kann von der Kommunikation, aber genauso auch von der sogenannten Antragsstellung Unterstützung sein, die wir dann auch landesseitig gewähren.“
Für Planung und Machbarkeitsstudien hat die Landesregierung rund eine Million Euro investiert. Das Ziel: Nach dem Vorbild von Alzey soll in noch mehr kleinen Orten ganz groß gebaut werden.









