Deutschlands jüngster Bürgermeister: Tim Sieper aus Eckenroth
Tim Sieper hat eine Mission – er will Eckenroth neues Leben einhauchen, Angebote für mehr Miteinander schaffen. Zum Beispiel mit einem mexikanischen Abend. Außer einem Foodtruck gibt es für ihn vieles mehr zu organisieren.
Tim Sieper, Ortsbürgermeister Eckenroth
„Für Getränke Ausschankgenehmigung, je nachdem wo es stattfindet muss man dann die Straße sperren. Wenn’s Musik gibt, die dann weitergehen soll, braucht man eine Ausnahmeregelung, damit’s auch nach der Nachtruhe laut sein darf. Man braucht Genehmigungen, um Plakate aufzuhängen.“
Steigen soll das Fest hier. Der Betrieb des ehemaligen Gasthauses „Zur Linde“ lohnt sich schon lange nicht mehr. Deshalb will Tim Sieper verstärkt auf Pop-Up-Events setzen. Der 19-Jährige hat das Amt des Ortsbürgermeisters vor wenigen Monaten von seinem Vater übernommen, der es aus gesundheitlichen Gründen aufgab.
Tim Sieper, Ortsbürgermeister Eckenroth
„Es gab keinen, der es machen wollte. Das heißt, wir wären fremdverwaltet worden von der Verbandsgemeinde aus, im ersten Schritt. Wär dann niemand gefunden worden, wären wir früher oder später vielleicht eingemeindet worden.“
So fasst sich der 19-Jährige schließlich ein Herz, überzeugt den Gemeinderat von sich. Dass es im Ort vorangeht, zeigen mehrere Baustellen. Hier wird gerade der Spielplatz erneuert, hier das Glasfaserkabel für schnelles Internet verlegt. Tim weiß um die Vorzüge von Kommunalpolitik.
Tim Sieper, Ortsbürgermeister Eckenroth
„Man hat eine Idee, die spricht man dann ab. Dann gibt’s eine Gemeinde… Dann plant man was, dann macht man eine Beschlussvorlage, dann geht’s in den Gemeinderat, wird drüber abgestimmt, vielleicht ein, zwei Sitzungen lang wird drüber geredet. Und dann ist das fertig und dann wird das gemacht. Also, man kann viel schneller mehr erreichen.“
Manchmal geht es auch nur darum, Dinge geradezurücken und ein offenes Ohr für die Anliegen der Nachbarn zu haben.
Gerhard Webler, Anwohner
„Wir sind froh, dass wir einen Bürgermeister haben, der das Amt überhaupt angenommen hat. Und von daher… Ja, 100 Tage ist noch nicht lang – mal gucken, wie lang er durchhält.“
Ernie Seidemann, Anwohner
„Super, jemand Junges, jemand Frisches. Der weiß, um was es geht.“
Diana Kubis, Anwohnerin
„Das Dorfleben weiter zu aktivieren, wo wir ja auch schon gut dabei sind. Kinder und Jugendliche noch mehr mit einzubinden sowie auch die älteren Leute mit einzubinden.“
Was Tim fehlt, ist Freizeit. Denn nebenbei absolviert er auch noch ein Duales Studium für Sport- und Bewegungstherapie.
Tim Sieper, Ortsbürgermeister Eckenroth
„Das ist teilweise für mich ein Zwölf-Stunden-Tag. Der schlaucht natürlich schon. Vor allem, wenn ich Frühschicht habe im Fitnessstudio, um 4:20 Uhr aufstehen muss. Dann ist das schon manchmal sehr viel. Und es kratzt auch, aber… Eigentlich, ich muss sagen, ich mach’s sehr, sehr gerne. Ich würd’s auch eigentlich nicht… Ich würd‘s nicht abgeben wollen. Wenn’s bei mir kritisch wird mit der Zeit, dann muss ich halt gucken, dass ich’s anders regeln kann.“
Also: Aufgaben abgeben, aber nicht aufgeben. Fürs Erste heißt das: Anfang Oktober ein bisschen Mexiko-Feeling ins kleine Eckenroth zu bringen.









