Sorgen um die Exportwirtschaft
Seit drei Generationen produziert Ridder in Singhofen alles rund ums Bad. Von Anti-Rutsch-Badematten, bis hin zu Duschköpfen – das Familienunternehmen exportiert knapp zwei Drittel seiner Produkte ins Ausland. Doch in den letzten Jahren ist dieses Kerngeschäft schwieriger geworden. Online-Billighändler aus Asien haben in vielen Bereichen den Weltmarkt übernommen.
Marc Ridder, Geschäftsführer Ridder
„Wir haben Qualitätsstandards, die sind sicherlich sehr hoch auf der Welt. Das Problem ist ganz einfach, wenn der Preis das alles Entscheidende ist – das heißt, wenn ich die Preise um die Ohren geschlagen bekomme und die Preise, die auf dem Markt sind, die sind unglaublich niedrig in Teilen – da können sie nichts gegen machen. Da haben wir keine Chance.“
So wie Marc Ridder geht es vielen rheinland-pfälzischen Unternehmern. Der Wert der Exporte ist in den vergangenen Jahren um 5,3 Prozent gesunken. Ein Grund dafür: Über die Hälfte der rheinland-pfälzischen Exporte erwirtschaften die Branchen Chemie, Pharma, Automobil und Maschinenbau.
Karina Szwede, IHK Rheinhessen
„Aufgrund der vielen Krisen die wir haben, der vielen geopolitischen Spannungen sehen wir aber jetzt gerade natürlich auch das, dass gerade diese vier Branchen sehr stark betroffen sind und wir befürchten einfach, dass wir hier unser Exportland ein Stück weit verlieren.“
Eine Studie, die die Industrie- und Handelskammer in Auftrag gegeben hat, kommt zu dem Ergebnis, dass der Exportstandort Rheinland-Pfalz vor existentiellen Herausforderungen steht. Die Wettbewerbsfähigkeit des Landes sei durch schlechte Rahmenbedingungen und den Fachkräftemangel gefährdet. Und auch die Strafzölle, die US-Präsidenten Donald Trump auf Produkte aus der EU erlegt hat, machen den Unternehmern das Leben schwer.
Arne Rössel, IHK Rheinland-Pfalz
„Die Zollpolitik der neuen US-Administration führt zu sehr großer Planungsunsicherheit, weil das bisherige Zollgeschehen auf den Kopf gestellt wurde und unplanbar geworden ist. Es ist eine Riesenbürokratie, die in Summe dazu führt, dass ich mein Produkt nicht sicher durch den Zoll bekomme und im Zweifel schicke ich es dann gar nicht erst nach Amerika.“
Die IHK fordert deshalb gerade für kleine und mittlere Unternehmen ein spezielles Export – und Absicherungsprogramm. Außerdem müsse die Politik dafür sorgen, dass die Wirtschaft mit weniger Bürokratie und einer besseren digitalen Infrastruktur versorgt wird. Nur so könne man sicherstellen, dass der Exportstandort Rheinland-Pfalz nicht abgehängt wird. Und dass Unternehmer wie Marc Ridder auch in kommenden Generationen hier produzieren können.









