Präventionsprojekt gegen Cybergrooming
Für erwachsene Triebtäter sind Kinder, die sich arglos und ungeschützt im Internet bewegen, die perfekten Opfer: Auf perfide Art und Weise erschleichen sie sich das Vertrauen der Kinder. Ist das erstmal hergestellt, werden sie schnell aufdringlich. Fragen nach Nacktfotos – oder gar nach einem persönlichen Treffen. Bei den betroffenen Kindern sorgt das oft für ein ungutes Gefühl – sie wissen aber nicht, wie sie reagieren sollen.
Sven Teuber (SPD), Bildungsminister RLP
„Wir müssen die Kinder stark machen. Ihnen Strategien an die Hand geben zu erkennen, wann ist das Störgefühl, mein schlechtes Bauchgefühl berechtigt – und wen spreche ich an, um Hilfe zu holen. Dafür ist dieses Projekt jetzt in allen Grundschulen sehr gut aufgehoben.“
1.000 Kisten mit Unterrichtsmaterial für alle 1.000 Grundschulen in Rheinland-Pfalz: Mit einer umfangreichen Kampagne wollen das Land, der Kinderschutzbund und die rheinland-pfälzische Medienanstalt schon die Kleinsten künftig besser gegen Übergriffe im Netz wappnen.
Marc Jan Eumann, Direktor Medienanstalt RLP
„Wir wissen, dass schon 10 Prozent der Kinder, also der 6- bis 13-Jährigen in der Gesellschaft, mit Inhalten, aber auch mit Anbahnungen konfrontiert sind, die sie überhaupt nicht einordnen können. Die sie verstören. Und deswegen ist es nie zu früh, Kinder stark zu machen im Umgang mit auch potentiellen Gefahren, die das Internet für sie bedeuten.“
Für das Präventionsprojekt sind zunächst sieben Schulstunden vorgesehen – für Lehrer gibt es Fortbildungsprogramme. Nicht zuletzt sollen aber auch die Eltern mit eingebunden werden: Etwa durch Informationsveranstaltungen, an denen auch Vertreter des Kinderschutzbundes teilnehmen. Noch wichtiger ist den Verantwortlichen aber ein dringender Appell an allzu sorglose Mamas und Papas.
Marc Jan Eumann, Direktor Medienanstalt RLP
„Stellen Sie nie ein unverpixeltes Bild ihres Kindes ins Netz. Wir müssen als Gesellschaft ein Störgefühl entwickeln, wenn wir ein nicht verpixeltes Bild sehen. Zurzeit ist es noch genau andersrum.“
Dabei gehe es keinesfalls darum, Kinder grundsätzlich vom digitalen Raum fernzuhalten: Sie müssten dort nur genauso gut vor Übergriffen und Gefahren geschützt werden, wie in der realen Welt.









