Joachim Streit zum Spitzenkandidaten der Freien Wähler gekürt
Große Freude bei Joachim Streit. Mit 88 Prozent der Stimmen wählen die Delegierten ihn zum Spitzenkandidaten für die kommende Landtagswahl. Für ihn würde der Einzug in den Landtag eine Rückkehr bedeuten. Denn aktuell sitzt der ehemalige Fraktionsvorsitzende im Europaparlament.
Joachim Streit (Freie Wähler), Spitzenkandidat Landtagswahl RLP 2026
„Als die Fraktion am 7. Oktober 2024 zerfiel dachte ich: Was machen die mit meinem Baby? Ich habe die Freien Wähler Rheinland-Pfalz in den Landtag gebracht und es war ein Fehler – im Nachhinein muss ich das sagen – nach Brüssel zu gehen. Aber ich hatte nicht damit gerechnet. Und wer will schon sein Kind aufgeben, wenn es in Not ist. Und ich habe damals gesagt: Wenn die Partei mich braucht, ich stehe zur Verfügung.“
Und das mit hoch gesetzten Zielen. Denn die Freien Wähler wollen künftig mitregieren. Dabei ist aktuell schon der Wiedereinzug in den Landtag selbst in Gefahr. Umfragewerte sehen die Partei aktuell bei etwa 4 Prozent. Für die Co-Landesvorsitzende Lisa-Marie Jeckel – die von den Delegierten auf Listenplatz 2 gewählt wird – ist das Ziel Regierung 2026 keinesfalls zu hoch gesteckt.
Lisa-Marie Jeckel (Freie Wähler), Landesvorsitzende RLP
„Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir wieder in den Landtag kommen. Schließlich waren wir schon bei sieben Prozent bis der Joachim dann weggegangen ist und er ist jetzt wieder da. Also ich denke, wir werden uns von dem Umfragetief wieder erholen und dann müssen wir halt schauen, wie der Rest der Wahl ist – ob wir dann in die Regierung kommen oder nicht. Aber ich denke, so wie es aktuell läuft sieht es gar nicht so schlecht aus. Die FDP ist auch mit fünf Komma noch etwas in der Regierung gewesen.“
Joachim Streit soll es also richten. Neben dem Spitzenkandidaten setzen die Freien Wähler auch auf Inhalte. So wollen sie beispielsweise die Straßenbaubeiträge abschaffen, mehr Polizisten einstellen und weitere Krankenhausschließungen verhindern. Außerdem sollen zwei Ministerien abgeschafft werden.
Joachim Streit (Freie Wähler), Spitzenkandidat Landtagswahl RLP 2026
„Rheinland-Pfalz hat neun Ministerien und wir müssen den Bürgern zeigen: Politik, Regierung fängt bei sich an zu sparen und das heißt auch: Weniger Minister, weniger Staatssekretäre und vor allen Dingen es muss günstiger werden für den Steuerzahler.“
Welche Ministerien geschlossen werden sollen, verrät Streit aber nicht.
Am 22. März 2026 wird sich zeigen ob der Wiedereinzug in den Landtag gelingt oder ob sich die Freien Wähler aus der Landespolitik verabschieden müssen.









