Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

Nach der Schule direkt zur Feuerwehr

Aug. 22, 2025

Wie viele andere Branchen, hat auch die Feuerwehr mit sinkenden Bewerber-Zahlen zu kämpfen. In Rheinland-Pfalz geht man deshalb ab kommenden Jahr neue Wege. Das neue Ausbildungsmodell wurde jetzt bei der Feuerwehr Mainz vorgestellt. Der aktuelle Lehrgang zeigt direkt, was der Beruf mit sich bringt.
Ein Verkehrsunfall mit zwei schwerverletzten Personen. Beide sind in ihren Fahrzeugen eingeklemmt. Für den Ausbildungslehrgang der Mainzer Feuerwehr, sowie die angehenden Rettungssanitäter ist es die erste praktische Übung dieser Art. Vor allem  Zusammenarbeit und Kommunikation sind wichtig, denn jede Sekunde zählt.  Die Retter rücken mit schwerem Gerät an, um die Personen zu befreien.

Benni Rick, Auszubildender Feuerwehr Mainz
„Es ist kein Einsatz wie der andere. Das muss auch klar sein. Und manchmal trifft man auf Sachen, auf die man nicht vorbereitet ist, aber je mehr man diese Sachen beübt, desto mehr man in den Ablauf reinkommt, desto besser wird man auch im Umgang mit den ganzen Dingen und das kriegt man hier wirklich sehr sehr gut beigebracht. Und ich glaube von Übung zu Übung wird auch jeder von uns einzeln besser.“

Die Ausbildung ist sowohl körperlich als auch mental anstrengend. Bisher war der Zugang zum Berufsfeuerwehrdienst nur nach Abschluss einer Berufsausbildung möglich. Im Rahmen der Übung stellen der Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase und Björn Patzke von der Mainzer Feuerwehr ein neues, in Rheinland-Pfalz einzigartiges Ausbildungsmodell vor. Ab 2026 wird jungen Menschen jetzt eine direkte Karriere bei der Feuerwehr ermöglicht.

Björn Patzke, Abteilungsleiter Einsatzdienst Berufsfeuerwehr Mainz
„Wir haben uns angeguckt, wie wir uns in den nächsten Jahren perspektivisch vermutlich entwickeln werden und haben das abgeglichen, wie bisher die Bewerberlage ist. Und dort hatten wir festgestellt, dass in den letzten Jahren die Bewerberlage qualitativ und quantitativ rückläufig war und wenn wir jetzt nicht aktiv werden, neue Wege zu gehen, laufen wir Gefahr, dass wir irgendwann mal nicht mehr genügend Feuerwehrleute haben.“

Der neue Ausbildungsweg dauert drei Jahre und teilt sich in zwei Phasen. Zu Beginn durchlaufen die Auszubildenden eine handwerklich-technische Grundausbildung, unter anderem in Zusammenarbeit mit der Berufsschule im hessischen Weiterstadt. Danach folgt dann eine feuerwehrtechnische Ausbildung mit praktischen Einsätzen und einer Rettungsdienstausbildung.
Wie ein solcher praktischer Einsatz aussehen kann, haben Benni und sein Team heute gezeigt. Die Übung gelingt und die eingeklemmten Personen können befreit werden. Alle  sind zufrieden.

Benni Rick, Auszubildender Feuerwehr Mainz
„Die Ausbildung macht schon sehr viel Spaß. Klar ist es brutal anstrengend und man braucht auch ab und zu mal abends einen Moment, um wieder runterzukommen von den ganzen Aktivitäten, die man den ganzen Tag so macht. Aber wenn man dann abends auf der Couch sitzt und dann nochmal Revue passieren lässt, was man heute eigentlich alles so geleistet hat, dann ist das schon ein sehr schönes Gefühl. Auch allgemein einfach das Gefühl, Menschen helfen zu können, ich glaube, dafür leben wir alle.“

Die Bewerbungsfrist für das nächste Ausbildungsjahr bei der Mainzer Feuerwehr endet am 31. August.
Traumberuf Feuerwehrmann – durch das neue Modell kann dieser Wunsch für viele junge Menschen jetzt schneller in Erfüllung gehen.