Großer Fräsenbagger repariert Bahnstrecke
Was aussieht wie eine riesige Kettensäge, ist eine zehn Meter lange Fräse. Bis zu zehn Meter tief kann sie den Boden auflockern, gleichzeitig fließt über einen Schlauch ein Betongemisch in die Erde. Bis zu 200 Meter schafft dieser gewaltige Fräsenbagger am Tag. Erst wenn er mit dem drei Kilometer langen Abschnitt durch ist, können die Gleise zurück auf den Bahndamm. Große Maßnahmen gegen die Dachsschäden.
Josef Oswald, Bauleiter
„Um diesen Boden tiefgründig zu stabilisieren und dann letztendlich einen Erdbeton zu erzeugen. So dass der Dachs sich später in den Dammkern, also unter dem Gleis, nicht mehr durchgraben kann.“
Und so in etwa sehen die Übeltäter aus. Dank ihrer vielen Dachsbauten ist der Bahndamm bei Bad Dürkheim nun so löchrig wie ein Schweizer Käse. Zunächst werden die Dachse mit übel riechenden Lappen vertrieben und ihr Treiben mit Kameras überwacht. Ein letztes Beweisfoto, dann sind die Dachse verschwunden. Und sollten sie wiederkommen, finden sie anstelle ihrer Bauten künftig Beton vor.
Josef Oswald, Bauleiter
„Der nur mit schweren Maschinen tatsächlich wieder lösbar wäre. Das heißt, ein Dachs selbst mit scharfen Krallen hätte hier größte Schwierigkeiten, sich nochmal hineinzugraben.“
Kritik an der Sanierung kam aus dem benachbarten Bad Dürkheim, wenn auch aus ganz eigenen Gründen.
Im Kurort findet demnächst das weltweit größte Weinfest statt, schon jetzt ist die Anbindung durch die Dachssanierung stark eingeschränkt. Ursprünglich wollte die Deutsche Bahn eine weitere Gleissanierung durchführen, die Dürkheimer befürchteten das endgültige Verkehrschaos. Nun kommt die zweite Baustelle erstmal nicht, Bad Dürkheim bleibt am öffentlichen Verkehr angeschlossen.
Natalie Bauernschmitt (CDU), Bürgermeisterin Bad Dürkheim
„Der Schienenersatzverkehr läuft und wird nochmal aufgestockt, auch zu Zeiten des Dürkheimer Wurstmarktes. Von daher denke ich, dass wir da entspannter sein können.“
In wenigen Wochen hat die Riesenfräse ihre Arbeit verrichtet, ab Mitte Dezember sollen hier wieder Züge in Richtung Bad Dürkheim rollen können. Die Wohnungstüren der Dachse sind dann schlichtweg verschlossen.









