Die Schule geht wieder los
Für knapp 40.000 Erstklässler beginnt in dieser Woche ein neuer Lebensabschnitt. Und auch für Sven Teuber ist es der erste Schuljahresstart als Bildungsminister. Mit in seiner Schultüte hat er einige Veränderungen. So soll es ab diesem Schuljahr zum Beispiel keine unangekündigten Tests mehr geben. Das solle übermäßigen Druck und Stress von den Schülern nehmen.
Sven Teuber (SPD), Bildungsminister RLP
„Ich habe viele Gespräche seit Mai geführt mit der gesamten Bildungsfamilie. Und in dem Zusammenhang habe ich gelernt, dass Druck und Mental Health einfach das Hauptthema ist. Und Zeit fehlt für Beziehungsarbeit und auch um individuell lernen zu können. Und in dem Zusammenhang sind unangekündigte Tests Gift für diese Entwicklung und sie bereiten auch nicht so vor, dass Leistung möglich wird.“
Doch nicht alle teilen Teubers Auffassung. Der Philologenverband Rheinland-Pfalz und die oppositionelle CDU kritisieren: Die Abschaffung von Überraschungstests sei ein starker Eingriff in die pädagogische Verantwortung der Lehrer. Und noch etwas ist neu: So gibt es jetzt an 28 Schulen testweise Informatikunterricht als Pflichtfach. Außerdem können Lehrer einen KI-Lernassistenten nutzen, der bei der Unterrichtsvorbereitung hilft. Für Schulleiter Oliver Burg ist es wichtig, dass Schule wandlungsfähig bleibt.
Oliver Burg, Schulleiter Grundschule Ludwig-Schwamb Mainz
„Gesellschaft verändert sich, das heißt Schule muss sich verändern. Eine Veränderung von Schule ist aber immer schwierig, weil sie immer dem, was gefordert wird, ein ganz kleines bisschen hinterherarbeitet, noch im gewohnten Umfeld arbeitet, das aber umstellen muss. Das ist für die Kollegen sehr aufwendig. Insofern ist das dann eine Belastung die dazu kommt.“
Eine Belastung für den Bildungsminister dürften die vielen Sitzenbleiber sein. Denn es gibt davon so viele wie noch nie. 2024 mussten 3 Prozent der Grundschüler eine Klasse wiederholen. Oft liegt das auch an mangelnden Deutschkenntnissen.
Sven Teuber (SPD), Bildungsminister RLP
„Jeden Schüler, jede Schülerin die wir verlieren, wird sich in der Demokratie nicht wohlfühlen, wird sich nicht integriert fühlen in die Gesellschaft. Wie wollen wir das machen? Wir wollen früher Sprachstände erheben, schon mit viereinhalb Jahren, wir wollen früh in Sprachförderung gehen und wir wollen dann eben durch eine veränderte Kultur in der Schule teamorientiert lernen, sozialkompetent werden und fachkompetent.“
Der neue Bildungsminister hat sich vieles vorgenommen. Spricht von der „Schule der Zukunft“. Am Ende des Schuljahres wird sich herausstellen ob sie zukunftsfähig sein kann.









