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Ärger bei Bewohnern von marodem Hochhaus in Babenhausen

Aug. 13, 2025

Vor über zwei Monaten musste im hessischen Babenhausen mitten in der Nacht ein Wohnhaus evakuiert werden. Knapp 170 Menschen waren davon betroffen. Ein Teil der Hausfassade war abgebröckelt. Und dann sind später noch mehr Mängel an dem 70-Parteien-Haus aufgefallen. Noch immer können die Menschen nicht zurück, sind praktisch obdachlos. Ein Ende ist nicht in Sicht.
Seit mehr als zwei Monaten lebt Eduard Krzischkowski mittlerweile in seiner Garage. Er versucht, es sich so wohnlich wie möglich zu machen, doch dieser Tage wird es hier am Nachmittag über 40 Grad heiß. Einen Wasseranschluss gibt es nicht. Das Wasser für die Körperpflege holt er im nahe gelegenen Bach. Seine Wäsche wäscht der 77-Jährige im Eimer.

Eduard Krzischkowski
„Ich hatte keinen Ausweg mehr. Haus kaputt, keine Wohnung, der Bürgermeister hat mich auf die Liste genommen und ich warte.// Das ganze Leben täglich geschafft und ich wohne wie ein Penner jetzt.“

Seine eigentliche Wohnung, in der er seit 30 Jahren zur Miete wohnt, darf er bis auf weiteres nicht betreten. Anfang Juni bröckelt ein Teil der Fassade des 11-stöckigen Gebäudes ab, mitten in der Nacht werden 167 Bewohner evakuiert. Dabei fällt auf: bereits seit Jahren ist die Löschanlage kaputt. Unter diesen Umständen hätte dort längst niemand mehr wohnen dürfen. Kurze Zeit später fällt auch ein Fenster heraus. Mittlerweile ist fast die gesamte Fassade abgetragen worden. Eine neue Wohnung hat Eduard Krzischkowski bislang nicht gefunden. Babenhausens Bürgermeister Dominik Stadler ist in engem Kontakt mit den ehemaligen Bewohnern des Hauses. Doch viel tun kann er nicht.

Dominik Stadler (parteilos), Bürgermeister Babenhausen
„Das macht mit mir in allererster Linie als Mensch etwas, weil ich sage, dass ich es als unsere Verpflichtung schon sehe in Mitteldeutschland im Rhein-Main-Gebiet, dass wir solchen Menschen ja auch helfen müssen. Unser Spielraum ist hier allerdings leider sehr begrenzt. Wir haben aktuell keinen Wohnraum zur Verfügung.“

Die Stadt versucht bei der Vermittlung zu helfen, so gut es geht. Doch wie konnte es weit kommen?

Dominik Stadler (parteilos), Bürgermeister Babenhausen
„Das Gebäude ist mittlerweile knapp 50 Jahre alt, wir haben verschiedene Eigentümerwechsel gehabt, wer hier was verursacht hat, das wird wahrscheinlich irgendwann auf einem juristischen Weg geklärt werden. Was wir feststellen können, ist aber, dass es Mängel gibt aufgrund von nicht durchgeführter Sanierung oder ähnliches. Wer die aber zu verantworten hat, ob das die Hausverwaltung ist, ob das die Eigentümerversammlung oder die Eigentümergemeinschaft ist, das entzieht sich meiner Kenntnis und das wage ich auch nicht zu beurteilen.“

Eduard Krischkowskis aktuelle Wohnsituation erinnert ihn an seine Zeit beim Militär, erzählt er. Die Zeit vertreibt sich der 77-Jährige mit Sport.

Eduard Krzischkowski
„Jeder Mensch hat ein bisschen Hoffnung. Dass vielleicht eines Tages sich alles noch verändert. Und das ist unsere Hoffnung. Aber ich weiß nicht recht.“

Mit jedem Tag schwindet diese Hoffnung. Die Hausverwaltung muss jetzt einen Plan mit Maßnahmen erstellen, wie das Haus wieder bewohnbar gemacht werden kann. Und die müssen die Eigentümer auch erst mal alle bereit sein, zu zahlen.