Viele Tierheime sind überfüllt
Ein großer Tag für kleine Fellnasen. Chai, Sencha, Assam und ihre Geschwister erkunden zum ersten Mal das Außengehege in ihrem neuen, vorübergehenden Zuhause. Die neun Welpen stammen aus prekären Verhältnissen.
Gerade mal zehn Wochen sind sie alt und haben deshalb besonders gute Chancen, schnell ein neues Zuhause zu finden. Sich ein Tier anzuschaffen, will aber gut überlegt sein.
Maresi Wagner, Leiterin Tierheim Marburg: „Wir können das nachvollziehen, dass manchmal das Herz etwas größer ist als der Verstand und dass man natürlich dahinschmilzt, wenn man solche Welpen sieht. Aber das sind in unserem Fall jetzt hier Schäferhund, Herdenschutz, Doggen, Labrador-Mixe. Da kommt schon einiges mit und die wollen natürlich auch Erziehung genießen, die möchten ausgelastet werden, die müssen Ruhe lernen. Und viele Menschen unterschätzen den Hund und überschätzen sich selbst.“
Ein Grund, warum so viele Tiere hier im Tierheim Marburg-Cappel landen. Im Sommer gibt es außerdem besonders viele Tierbabys. Und:
Maresi Wagner, Leiterin Tierheim Marburg: „Wir erleben schon, dass mehr Tiere ausgesetzt werden oder plötzlich abgegeben werden müssen, wenn die Sommerzeit kommt. Auch junge Tiere, oder Tiere, die Gebrechen haben, denen die Leute nicht mehr gerecht werden können. Und dann ist so der Punkt, wo sie sagen, jetzt können wir nicht mehr in den Urlaub fahren, weil der Hund so viel Pflege braucht und dann wird er eben abgegeben.“
Mit knapp 40 Hunden, 16 Kaninchen und fast 100 Katzen ist das Tierheim jetzt an seiner Belastungsgrenze. Maresi Wagner nutzt jede freie Ecke.
Die Quarantänestation ist übervoll. Und in den Gehegen sind mehr Tiere untergebracht als eigentlich vorgesehen. So auch bei den Kleintieren.
Maresi Wagner, Leiterin Tierheim Marburg: „Wir versuchen die Kaninchen so gut es geht, unterzubringen, müssen aber aktuell auch auf Provisorien zurückgreifen. Die Käfige, die wir sehen, sind die größten, die es im Handel gibt. Die reichen aber nicht aus, um Kaninchen artgerecht zu halten. Das ist tierschutzwidrig und wir müssen sie trotzdem gerade als Quarantänekäfige nutzen.“
Hoffnung macht Maresi Wagner, dass im September üblicherweise verhältnismäßig viele Tiere vermittelt werden. Unter anderem, weil die Urlaubszeit langsam endet.
Und auch wer kein Tier aufnehmen kann oder möchte, kann das Tierheim entlasten. Als Gassigeher oder Katzenstreichler und natürlich mit Sach-und Geldspenden.









