Ein Jahr kostenfreie Meisterausbildung
Franziska Sandtner in ihrem Element. Die 24-Jährige hat im vergangenen Jahr ihre Prüfung zur Friseurmeisterin bestanden, als Jahrgangsbeste der Handwerkskammer Wiesbaden. Der Meisterbrief hat sie rund 8000 Euro gekostet. Dass sie darauf nicht sitzen bleibt, verdankt sie einem Zuschuss aus Bundesmitteln, dem sogenannten Aufstiegs-BAföG, sowie der neu eingeführten hessischen Prämie über 3500 Euro.
Franziska Sandtner, Friseurmeisterin
„Es war schon anspruchsvoll. Weil, man hatte ja sein ganz normales Leben vorher. Man hatte sein Gehalt vorher. Und plötzlich hat man gar nix mehr, weil man eben im Meisterkurs ist. Den muss man auch gleichzeitig noch bezahlen. Und ich finde, das war auf jeden Fall eine Entlastung und auch eine Unterstützung, dass man sich wenigstens darüber nicht so den Kopf zerbrechen muss.“
Die Aufstiegsprämie habe sie motiviert, die größtenteils geförderte fünfmonatige Meisterausbildung erfolgreich abzuschließen. Damit hat Franziska Sandtner den Grundstein gelegt, um den vor 50 Jahren von ihrer Großmutter gegründeten „Salon Astrid“ irgendwann übernehmen zu können. Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori hofft, dass viele ihrem Beispiel folgen. Denn hessenweit fehlten bis 2030 eine Viertel Million Fachkräfte.
Kaweh Mansoori (SPD), Wirtschaftsminister Hessen
„Davon sind zwei Drittel etwa aus dem Bereich der beruflichen Bildung. Deswegen geht es natürlich in den nächsten Jahren darum, gerade auch die berufliche Bildung zu stärken. Nicht alle müssen am Ende Meisterinnen oder Meister werden, aber die, die Meisterin oder Meister werden wollen, die sollen jetzt auch Rückenwind bekommen.“
Fast 3700 Prämien seien im ersten Jahr an Jungmeister und vergleichbar Qualifizierte ausgezahlt worden. Die Rechnung lautet: Meister würden am Ende nicht nur dringend benötigte Fachkräfte ausbilden, sondern auch die Existenz ganzer Betriebe sichern.
Stefan Füll, Präsident Handwerkskammer Wiesbaden
„Und da ist es natürlich extrem wichtig, dass es so eine Meisterprämie gibt. Damit wir die Zahlen in den Lehrgängen stabil halten und vielleicht Nachwuchs generieren können, die dann auch sagen, sie haben jetzt noch den Gründerwillen und übernehmen auch einen Betrieb.“
So wie Franziska Sandtner. Sie ist überzeugt, dass die Prämie über 3500 Euro auch andere ermutigen wird, sich für die Meisterausbildung zu entscheiden. Sie fühlt sich jedenfalls gut gerüstet, den Friseursalon in dritter Generation weiterzuführen und neue Mitarbeiter auszubilden.









